Bereits im Januar konnten wir Euch über die erfolgreiche Finanzierung von All3DP berichten. Nun ruft die 3D-Druck-Plattform zur zweiten Finanzierungsrunde auf. Für Venturate ein Grund bei Mathias Plica (Co-Founder & CEO All3DP) nachzufragen, wie sich das Start-up seither entwickelt hat.

Venturate: Seit unserem ersten Interview ist nun fast ein ganzes Jahr vergangen. Erzähl uns doch bitte mal, was ihr seitdem gemacht habt bei All3DP?

Mathias Plica: Im November vor einem Jahr hatten wir gerade unsere Seed-Finanzierung in trockenen Tüchern. Unsere Nutzerzahl war damals knapp über Null auf einem einfachen Blog. Alles, was heute zu sehen ist, entstand über die letzten zwölf Monate. Wir konnten unser Content-Portal auf die Beine stellen und unsere eigene Inhalte-Produktion so hochfahren, dass wir heute 70.000 Unique Visitors pro Monat erreichen. Parallel konnten wir unsere E-Commerce-Säule mit dem Preisvergleich der Druckdienstleister launchen, was allein schon ein eigenständiges Produkt für sich ist.

All3DP Views und App
All3DP: Desktop, mobile, App

Venturate: Wie groß ist Euer Team mittlerweile und was hat sich durch die Finanzierung über den HTGF so verändert?

Mathias Plica: Wir sind heute fünf feste Mitarbeiter im Team inklusive uns drei Gründern, dazu haben wir noch ein Dutzend freier Mitarbeiter. Die Finanzierung über den HTGF hat uns jenseits des Mittelzuflusses vor allem ein exzellentes Kontakt-Netzwerk und gute Sparring-Partner gebracht. Unsere Erwartungen an einen Investor sind dadurch tatsächlich deutlich übertroffen worden.

Venturate: Wie Du eben bereits kurz erwähnt hast, habt Ihr im September als erster Anbieter einen weltweiten Preisvergleich für den 3D-Druck-Markt gelauncht. Wieso diese Erweiterung des Geschäftsmodells?

Mathias Plica: Unser Preisvergleich für 3D-Druckdienstleister ist nicht wirklich eine Erweiterung, sondern der Ecommerce-Kern unserer zweiten Produktsäule. Unsere Produkt-Vision ist der Dreiklang von Content, Commerce und Access zu 3D-Druck-Files. Auf Deutsch: Wir wollen unseren Nutzern 3D-gedruckte Produkte inhaltlich näher bringen, ihnen den Kauf der Produkte ermöglichen und Zugang zu 3D-Modellen bieten. Die ersten beiden Elemente in diesem Dreiklang haben wir bereits am Laufen, den Zugang zu 3D-Modellen packen wir im kommenden Jahr an.

All3DP Screen Price Comparison
All3DP Preisvergleich

Venturate: Wie kommt das Thema 3D-Druck am Markt an? Wer sind Eure größten Wettbewerber und wie unterscheidet sich All3DP von diesen?

Mathias Plica: Wir sind bei unserer Gründung eine Reihe von Wetten eingegangen: Die erste lautete, dass wir mit dem Thema 3D-Druck für Konsumenten und Small Business viele Menschen in der ganzen Welt erreichen können. Diese Wette ist heute schon aufgegangen. Unsere Besucherzahl wächst exponentiell. Wir sind nach zwölf Monaten bereits auf dem vierten Platz aller englischsprachigen 3D-Inhalte-Portale und wachsen schneller als alle Wettbewerber. Unsere Alleinstellung ist tatsächlich die konsumentennahe, bildstarke Ansprache und eine voraussetzungsfreie „Schreibe“. Wir arbeiten konsequenter als andere Anbieter nach den modernen, datengetriebenen Regeln des Online-Journalismus.

Venturate: Welches waren die schwierigsten bzw. spannendsten Erfahrungen innerhalb des letzten Jahres?

Mathias Plica: Die Suche nach den richtigen Themen beim Start war aufregend, weil wir ohne Datenbasis mit Hypothesen beginnen mussten. Heute haben wir Kennzahlen, mit denen wir arbeiten können, aber die ersten Meter waren komplettes Neuland. Auf der anderen Seite war die Produktarbeit am Preisvergleich mit einem komplexen Produkt wie 3D-Druck eine Herausforderung, weil die gelernten Regeln aus anderen Märkten mit physischen Produkten oder rein digitalen Produkten nicht mehr alle passen. Aber hier liegt auch eine große Chance, die wir als Vorreiter im Markt haben.

Venturate: Ihr habt unter anderem über die Venturate Matchmaking Plattform zu einer zweiten Finanzierungsrunde aufgerufen. Wie viel wollt Ihr einsammeln und welche Themen sollen mit dem ‚frischen Geld’ angegangen werden bei All3DP?

Mathias Plica: Die nächsten zwei Millionen Euro wollen wir zum einen in das Reichweitenwachstum von All3DP.com investieren. Mehr originären Content, mehr Personal für Social Media, SEO und weitere Maßnahmen für organisches Wachstum. Wir können wesentlich schneller wachsen. Zum anderen werden wir die dritte Säule unseres oben beschriebenen Dreiklangs errichten, also den Zugang zu 3D-Modellen für unsere Nutzer. Das Ziel der zweiten Finanzierungs-Etappe ist das Erreichen einer marktführenden Position hinsichtlich unserer Nutzer-Reichweite.

Venturate: Wie stellt Ihr Euch einen idealen Investor für die kommende Finanzierungsrunde bei All3DP vor?

Mathias Plica: Unser idealer Investor sollte den 3D-Druck als Zukunftstechnologie sehen und digitale Medien und Geschäftsmodelle verstehen.

Venturate: Bereits vor einem Jahr haben wir Dir folgende Frage gestellt: Wo siehst Du die Welt in 5 Jahren, speziell was 3D-Printing angeht? Wie lautet Deine heutige Antwort darauf?

Mathias Plica, CEO All3DP (c) Bethel Fath
Mathias Plica, Gründer & CEO All3DP

Mathias Plica: Wir haben diese Frage vor kurzem auf unserem Portal mit Zahlen beantwortet: In 2019 werden über 180 Millionen Menschen weltweit mit 3D-Druck zu tun haben, als Käufer von 3D-gedruckten Produkten oder als Maker, die selbst drucken. Heute sind es vier bis sechs Millionen. Mehr muß man nicht sagen. Es wird ein Massenmarkt.

Venturate: Gibt es sonst noch etwas, das Du gerne loswerden möchtest?

Mathias Plica: Ich sprach bereits von einigen Wetten, die wir bei unserem Start eingegangen sind: Eine weitere Wette lautete, dass wir von Deutschland aus englischsprachig produzieren können. Diese Wette geht komplett auf, wir haben nicht einen negativen Kommentar zu diesem Thema erhalten. Und technisch messen wir dank Cloud & Co. keinerlei Diskriminierung, sondern nur massives Wachstum, zu 50 Prozent getrieben aus Nordamerika.

Venturate: Herzlichen Dank für das Gespräch!

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