Berlin Fintech Day 2016: Hype oder Innovation?

Berlin Fintech Day 2016: Hype oder Innovation?

Fintechs – Hype oder Innovation? Das Thema der ersten Podiumsdiskussion passte auch gut als übergreifendes Motto des diesjährigen Berlin Fintech Day. Unter Federführung des Berliner Börsenkreises zog die Informationsveranstaltung im Lichthof der TU Berlin auch dieses Mal wieder zahlreiche Studenten und interessierte Besucher an. Neben kapilendo präsentierten sich auch viele andere Vertreter der Fintech-Welt dem versammelten Publikum.

Fintechs – Hype oder Innovation?

Bei der Beantwortung der Frage, ob es sich bei den Fintechs noch um einen Hype oder eine inzwischen adaptierte Innovation handelt, half ein schöner Vergleich von einem der Diskussionsteilnehmer weiter: „Welche Fußball-App habt ihr denn zur Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland verwendet? Richtige Antwort: Keine. Das iPhone kam erst im Sommer 2007 auf den Markt und mit ihm die ersten Apps.“ Seitdem hat sich unser Verhalten in Bezug auf Telefonieren und Internetnutzung total verändert.

Ob dasselbe bereits für die Nutzung von Fintech-Dienstleistungen gilt, ist noch nicht ganz ausgemacht. Einige Entwicklungen scheinen sich inzwischen jedoch durchzusetzen, insbesondere im Bereich der Geldanlage. Zahlreiche Robo Advisor locken damit, die Vermögensverwaltung und Kapitalanlage auch für Kleinanleger zu günstigen Konditionen und vollautomatisiert möglich zu machen. Dabei ist das Prinzip Robo Advisor keine neue Erfindung, sondern existiert schon seit mehr als zehn Jahren. Wie überall in der Fintech-Szene tummeln sich auch hier zahlreiche Anbieter, welcher oder welche davon das Vertrauen der Anleger gewinnen und noch in einigen Jahren existieren, wird sich zeigen.

Einigkeit herrschte jedoch darin, dass sich die Standortdichte der klassischen Finanzinstitute, und hier vor allem der Regionalbanken, weiter ausdünnen werden. Viele Finanzdienstleistungen sind online verfügbar und benötigen einfach keine Bankberater mehr. Hinzu kommen immer bessere Apps der klassischen Banken, die das Banking per Smartphone einfacher und übersichtlicher machen.

Von Blockchains, Bitcoins und BlackRocks

Wenn etwas aktuell als Hype gilt, dann wohl das Thema Blockchain. Nicht mehr ganz so gehypt hingegen das Thema Bitcoin. Das beides aber tatsächlich ein Weg wäre, künftige Zahlungen abzuwickeln bzw. es bereits tun, davon zeugten verschiedene Anbieter solcher Blockchain- respektive Bitcoin-Lösungen und auf Beratung in diesem Segment spezialisierte Fintechs, wie Bitbond, Cringle oder d-fine.

Ein großes Publikum zog auch der Vortrag des BlackRock-Vertreters an, auch wenn der thematische Schwerpunkt „Fintechs als Innovationstreiber – und wie BlackRock sie dabei unterstützt“ etwas irreführend war. Die Unterstützung des weltgrößten Vermögensverwalters beschränkt sich im Wesentlichen darauf, den vermögensverwaltenden Robo Advisor Fintechs die hauseigene Produktpalette der Marke iShares zur Verfügung zu stellen. Neue Vertriebskanäle als Unterstützung zu bezeichnen, hm, nun ja…

Standortbedingungen für ein gutes Start-up-Klima

Wie Unterstützung von öffentlicher Seite aussehen kann, dazu diente die Podiumsdiskussion zu den Standortbedingungen. Kapilendo-CEO Christopher Grätz sprach dabei als Vertreter der deutschen (Fintech-)Hauptstadt, Robert Wanner von Wikifolio für die österreichische Hauptstadt Wien. Diese hat sich nach Berlin inzwischen auf Platz zwei der Start-up-Standorte im deutschsprachigen Raum vorgeschoben, u.a. auch durch das Entgegenkommen der Behörden in der Höhe der Lohnnebenkosten für Gründerunternehmen. Dass es auch von (halb-)öffentlicher Seite vorangeht, dafür stand das Beispiel der Förderbank IBB. Diese hat vor einiger Zeit zum ersten Mal ein Fintech als förderungswürdig erachtet – den Anbieter von Riester-Rentenlösungen fairr.de.

Mehrwert für Kunden schaffen als Aufgabe von alter und neuer Finanzwelt

Ob nun manches Thema sich als Hype herausstellt oder als innovative Lösung, die sich langfristig durchsetzt – die Vielfalt der Fintech-Welt lässt noch keine endgültige Beantwortung der Ausgangsfrage zu. Unumwunden zuzustimmen ist hingegen dem Wunsch von Martin Siejka von der comdirect, der wenig von dem Konkurrenzdenken zwischen „alter“ und „neuer“ Finanzwelt hält und sich in erster Linie einen Mehrwert für die Kunden wünscht, die (wieder) mehr Spaß beim Banking haben sollen.

Wir sind gespannt, ob wir dazu schon etwas Neues auf dem nächsten Berlin Fintech Day im kommenden Jahr hören werden.

Related Posts

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.