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Branchenverband Bitkom: „Finanzgeschäfte können heute bequem, sicher und schnell im Internet erledigt werden“

Der Digitalverband Bitkom hat in einer aktuellen Verbraucherumfrage großes Potenzial für innovative digitale Finanzprodukte erkannt. Insbesondere das Feld der Online-Abschlüsse von Krediten und Versicherungen ist im Kommen. Beides könnte bald so selbstverständlich werden wie Online-Banking.

Finanzgeschäfte im Internet sind häufig zu besseren Konditionen zu haben

Der Bitkom-Untersuchung zufolge haben bereits 12 Prozent der Internetnutzer online eine Versicherung abgeschlossen, weitere 22 Prozent können sich vorstellen, dies künftig zu tun. Tatsächlich ist durch diverse Vergleichsportale der Abschluss einer Hausrat- oder Haftpflicht-Police so einfach wie nie. Häufig lohnt sich jedoch noch einmal der direkte Blick auf die Homepage des jeweiligen Versicherungsanbieters, denn auf den Vergleichsportalen sind meist nur eine Handvoll Assekuranzen vertreten. Auf den hauseigenen Webseiten ist der Abschluss fast immer ebenso unkompliziert zu bewerkstelligen wie über die Vergleichsportale.

Ähnliches gilt für die im Netz vertretenen Anbieter von Krediten. Neben klassischen Kreditinstituten hat sich inzwischen eine Reihe von Fintechs auf diesem Sektor etabliert. Ein Viertel der Internetnutzer (25 Prozent) kann sich der Bitkom-Befragung zufolge vorstellen, online einen Kredit aufzunehmen, 7 Prozent haben dies bereits getan. Für sie war in erster Linie die Bequemlichkeit entscheidend (39 Prozent) – einfach online Kredit anfragen, notwendige Angaben und Dokumente dem Anbieter zusenden und den Kreditbetrag aufs Konto überwiesen bekommen. Für 21 Prozent waren außerdem die Konditionen zur Aufnahme eines Kredits besser als bei der Filialbank um die Ecke.

Dazu meint Ulrich Dietz, Bitkom-Vizepräsident: „Nahezu alle Finanzgeschäfte können heute bequem, sicher und schnell im Internet erledigt werden. Treiber dieser Entwicklung sind neben etablierten Banken auch Fintechs – also junge Unternehmen aus dem Technologiesektor, die im Finanzbereich aktiv sind. Ihre innovativen Angebote werden unseren Umgang mit Geld grundlegend verändern.“

Bankgeschäfte werden immer häufiger online und mobil abgewickelt

Unter den befragten Internetnutzern führen bereits 70 Prozent ihre Bankgeschäfte online durch. Dabei ruft praktisch jeder User bzw. jede Userin den eigenen Kontostand online ab (100 Prozent) und fast alle Befragten tätigen anfallende Überweisungen online (96 Prozent). Fast ein Drittel der Nutzer von Online-Banking (30 Prozent) erledigt Bankgeschäfte ausschließlich im Netz und dürfte sich kaum noch daran erinnern, wie eine Bankfiliale von innen aussieht.

Deutlich wird auch, dass sich das Erledigen von Bankgeschäften immer mehr zu einer mobil ausgeführten Angelegenheit entwickelt. Desktop-PCs werden nur noch von jedem Zweiten genutzt (50 Prozent; Vorjahr 2015: 62 Prozent), dafür legen die Smartphones von 34 Prozent im Jahr 2015 auf aktuell 36 Prozent zu. Zum Tablet greifen 42 Prozent der Nutzer (Vorjahr: 39 Prozent), am beliebtesten ist aber inzwischen der Laptop mit 61 Prozent (Vorjahr: 57 Prozent). „Der Trend beim Online-Banking geht weg vom Desktop-PC und hin zu mobilen Geräten. Dabei wird das Smartphone noch weiter an Bedeutung gewinnen, vor allem dank innovativer Apps, die Online-Banking auf dem Mobilgerät immer intuitiver und unkomplizierter machen“, kommentiert Bitkom-Vize Dietz diese Entwicklung.

Crowdfinanzierungen noch mit viel Aufwärtspotenzial

Die hohen Nutzungszahlen des Online-Banking können die derzeit bestehenden plattformbasierten Modelle der Peer-to-Peer-Finanzierung noch nicht vorweisen. Beim Peer-to-Peer- bzw. Crowdlending treten Privatverbraucher als Kreditgeber auf und erhalten dafür von den Kreditnehmern eine Verzinsung. Als Kreditnehmer kommen entweder Unternehmen infrage – das entspricht dem Geschäftsmodell der Crowdlending-Plattform kapilendo – oder andere Privatpersonen infrage, die sich abseits der klassischen Bankenfinanzierung einen Kredit besorgen möchten. Auf diesem Wege haben sich bislang 2 Prozent der befragten Internetnutzer Geld geliehen, weitere 9 Prozent können sich das für die Zukunft vorstellen.

Eine etwas andere Art, auf diese Weise Geld anzulegen ist das Crowdinvesting. Hierbei schließen sich viele Personen zusammen, um sich gemeinsam an einem Unternehmen zu beteiligen. Die Investoren erhalten im Gegenzug eine Beteiligung an den Erträgen und den Wertsteigerungen von Start-ups und wachstumsorientierten Unternehmen. Wie die Bitkom-Umfrage zeigt, haben bislang 2 Prozent der Internetnutzer schon einmal Geld auf diese Weise investiert, 4 Prozent zeigen sich aufgeschlossen dafür.

Neue Angebote im Banking und Finance werden sich mittelfristig durchsetzen

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, dass die Investitionsmöglichkeiten des Crowdlending bzw. Crowdinvesting noch längst nicht so etabliert sind wie das Online-Banking. Doch auch dieses wurde einst misstrauisch beäugt, ist inzwischen aber selbst hierzulande flächendeckend angenommen worden. Schließlich seien die Deutschen, wie die Bitkom-Befragung konstatiert, in Geldfragen traditionell eher vorsichtig und wüssten zudem noch wenig über die neuen Angebote.

Nichtsdestotrotz erwartet Bitkom-Vize Dietz letztlich den Durchbruch der neuen Angebote: „Neue und innovative Modelle für das Banking, die Finanzberatung, die Kreditvergabe oder die Geldanlage sind oft bequemer und kundenfreundlicher als herkömmliche Verfahren und können finanziell hochinteressant sein. Genauso wie das Online-Banking werden sie sich mittelfristig bei den Verbrauchern durchsetzen.“

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