Interview mit Prof. Dr. Marc-Michael Bergfeld über die Veranstaltung zum Corporate Venturing – Execution Education Veranstaltung

Venturate: Vom 19.11. – 21.11.2014 veranstaltet Ihr eine Corporate Venturing – Execution Education Veranstaltung. Was kann man sich darunter vorstellen?

Prof. Dr. Marc-Michael Bergfeld: Es handelt sich um eine dreitägige englischsprachige Lehrveranstaltung mit Zertifikat. Sie lehrt professionelles „Corporate Venturing“ und richtet sich an alle Führungskräfte und Nachwuchsführungskräfte aus den Bereichen Innovation, Strategie, F&E sowie aus dem Produktmanagement und dem Marketing, die für „Corporate Venturing“ zuständig sind oder sein werden. Sie vermittelt die modernsten Methoden des Allianz- und Beteiligungsmanagements und hilft den Teilnehmern damit, im sich radikal ändernden Markt- und Technologieumfeld zu bestehen und kontrolliert neue Geschäftsfelder zu erobern, ohne dem aktuellen Trend zum „Venturen um jeden Preis“ zu folgen“.

Venturate: Die Corporate Venturing – Executive Education Veranstaltung wird dieses Jahr zum ersten Mal abgehalten. Wie seid Ihr auf die Idee dazu gekommen?

Bergfeld: Es zeigt sich in vielen Branchen, wie wichtig das kontrollierte und gekonnte Vorstoßen in neue Märkte, Geschäftsmodelle und Technologien heute ist, insbesondere wenn das ehemalige Kerngeschäft auf einem absteigenden Industrielebenszyklus liegt oder sich durch das Internet radikal verändert, so wie z.B. im Einzelhandel, der Druckindustrie, oder der Logistik.
Leider sieht man aber auch, wie oft hierbei falsch vorgegangen wird, und die Unternehmen nicht den Erfolg haben, den sie sich ursprünglich vorgestellt haben.
Oftmals fehlt:
• Ein Verständnis von Lebenszyklen und Innovationstypen sowie Wertschöpfungsketten.
• Die Fähigkeit, Allianzen und Investments zu verhandeln.
• Ein Portfolio und Risikoverständnis fürs „Venturen“
• Ein Verständnis für die Kultur von Venture-Teams und Wege zu Top-Performance.

Die Folgen sind Kapitalvernichtung, Zeitverlust und immer mehr Druck, wenn es nicht klappt. Ein Teufelskreis.

Venturate: Am ersten Tag wird unter anderem das Thema disruptive Innovationen aufgegriffen. Inwiefern hat sich in den letzten Jahren die Welt dazu geändert?

Bergfeld: Heute entstehen neue Geschäftsmodelle mehrheitlich durch das Hinterfragen „dominanter Logiken“ und das Brechen von „Scheinregeln“. Es geht weniger um die Erfindung neuer, komplexer Technologien, sondern die gekonnte Rekombination von bestehendem, über Unternehmens- und nationale Grenzen hinweg. Das bedeutet radikalens Umdenken und Lernen für viele Firmen, die in der „alten Welt“ allein mit technischem Erfindergeist und Ressourcenmacht erfolgreich waren.
Für die Disruption bestehender Industriestrukturen, wie wir sie bei Uber, Square oder der HuffingtonPost sehen, braucht man heute weniger Zeit, Marktmacht oder Kapital als früher, dafür aber mehr Netzwerk, mehr Allianzen und das gekonnte Verhandeln von Interessensgleichheit entlang von Wertschöpfungsketten. Ein komplett neues Spiel mit ganz anderen Regeln.

Corporate Venturing

Venturate: Ein weiterer spannender Themenbereich ist die Führung von sogenannten “High Performance Corporate Venture-Teams”. Was sind die wichtigsten Faktoren, um ein solches Team zum Erfolg zu führen?

Bergfeld: Die Grundvoraussetzung für ein High-Performance Team ist der Aufbau einer Vertrauensbasis innerhalb des Teams. Nicht ausreichendes Vertrauen behindert die schnelle Verständigung auf Ziele, Vorgehensweisen sowie das Teilen von Wissen innerhalb des Teams. High-Performance Teams zeichnen sich durch hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit aus – sie haben daher keine Angst vor positiven Sachkonflikten auf der Suche nach der jeweils besten Lösung. Weitere wichtige Merkmale im Vergleich zu mittelmäßigen Teams sind die völlige Fokussierung auf die Teamziele sowie die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung durch jedes einzelne Teammitglied. Die Schaffung dieser Voraussetzungen ist jedoch kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis der Fach-, Führungs- und internationalen Sozialkompetenz des Teamleiters. Mit seiner Ernennung durch den Auftraggeber (des Teams) wird bereits eine Vorentscheidung getroffen, ob sich ein Team in Richtung eines High-Performance-Teams entwickeln kann – oder eben auch nicht.

Venturate: Für wen ist Eure Veranstaltung besonders interessant?

Bergfeld: Unsere Zielgruppe sind Manager aus den Bereichen Innovation, Strategie, R&D, Produktmanagement und Marketing, welche für Innovations-Portfolios oder neue Geschäftsentwicklung und den Aufbau von Venture Divisionen verantwortlich sind.
Zudem für die nächste Generation von Unternehmerfamilien, die als Eigentümer den Mittelstand zukunftsfit machen werden müssen.

Venturate: Was kann ich als Teilnehmer konkret für mich mit nach Hause nehmen?

Nach der Veranstaltung wird jeder Teilnehmer mit einen klaren Verständnis dafür nach Hause gehen, wie er und sein Unternehmen in neue Märkte, Geschäftsmodelle und Technologiefelder vorstoßen kann, und dies auf intelligente, risiko-angepasste Weise.
Zudem wird während des gesamten Programmes ein „Implementierungsplan“ für jeden Teilnehmer ausgearbeitet.

Venturate: Kannst Du uns verraten, auf wen die Teilnehmer sich als Speaker freuen dürfen?

Bergfeld: Neben den konzeptionellen Grundlagen, die von mir und Frank Bannys gelehrt werden, haben wir Experten aus der Industrie gewonnen, die Ihre Erfahrungen und Fälle vorstellen werden: Dr. Hellmut Kirchner, der über 35 Jahre Erfahrung in den Bereichen Venture Capital und Private Equity hat und Mitgründer von TVM (Techno Venture Management) und VCM ist. Fernando Burgos, Vice President New Business Development & Innovation bei Telefónica Deutschland stellt Fälle aus seinem Umfeld vor. Stefan Lemper, Leiter des YouIsNow Inkubators der Scout24 Gruppe präsentiert sein Vorgehen und seine Erfahrungen. Dr. Rudolf Gröger berichtet über seine Erfahrungen als Angel Investor und Aufsichtsrat bei Mountain Partners. Die Liste aller Speaker kann in unserer Broschüre gefunden werden, die auf www.corporate-ventures.com heruntergeladen werden kann.

Venturate: Eure Veranstaltung erstreckt sich insgesamt über drei Tage. Gibt es neben der Wissensvermittlung harter Fakten auch ein Rahmenprogramm?

Bergfeld: Wir werden an jedem Abend ein gemeinsames Dinner & Drinks veranstalten, bei dem neben den Gastrednern auch weitere Vertreter der Venture-Industrie zu Gast sind, so dass die Teilnehmer ihr Netzwerk in die Industrie noch enger knüpfen können.

Venturate: Die Teilnehmer erhalten nach erfolgreicher Teilnahme ein Zertifikat ausgehändigt. Was kann man als Absolvent damit anfangen?

Bergfeld: Das Zertifikat ist ein Executive Education Zertifikat der Munich Business School und des Courage Center. Es ist insbesondere für diejenigen Teilnehmer interessant, die sich in Zukunft verstärkt im Bereich Corporate Venturing betätigen wollen, und bei ihrem nächsten Karriereschritt vorweisen können wollen, dass sie sich hier bereits gut auskennen.

Venturate:  Wie kommt man als Venturate-Partner noch an Rest-Tickets – und das sogar zum Vorzugspreis?

Bergfeld: Den Usern von Venturate bieten wir beim Ticket-Kauf bis 31. Oktober einen exklusiven Rabatt in Höhe von 10%. Bitte unter dieser Buchungsseite folgenden Rabatt-Code verwenden: CoVeVtr10

Related Posts

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.