Egal ob Dropbox, Airbnb oder Google: sie alle fingen klein an und sind heute nicht nur weltbekannt, sondern auch Milliarden wert. Da vergisst man schnell, dass die Gründer dieser Großkonzerne auch mal vor Investoren standen – in der Hoffnung, dass einer der Investoren an ihre Idee glaubt und investiert. Dabei gehen Start-ups durch unterschiedliche Phasen der Finanzierung: die Frühphasen, die Expansionsphasen und die Endphasen.

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Eine beispielhafte Darstellung, wie Start-up Finanzierung funktioniert von FundersandFounder.com: „How Start-up Funding works“

Die Frühphasen

Unter den Frühphasen versteht man zum einen die Seed- und zum anderen die Start-up-Phase.

Die Seed-Phase

Während der Seed-Phase gibt es in der Regel noch nicht mehr als nur eine Idee. Das Geld, um die Idee umzusetzen, fehlt oft. In dieser Phase werden die Vorbereitungen für die Gründung getroffen und ein Business Plan erstellt. Die Finanzierung in der Seed-Phase kommt häufig von der Familie und Freunden, da der Kapitalbedarf in der Regel noch nicht sehr groß ist. Sie wird verwendet, um die Idee weiterzuentwickeln und bereits erste Ergebnisse zu erzielen. Bei Produkten wird z.B. ein erster Prototyp erstellt. Bei digitalen Produkten wie z.B. Marktplatzmodellen wird häufig ein sogenanntes MVP (Minimum Viable Product) erstellt. Anhand dieses MVP oder Prototypen kann bereits das Interesse ermittelt und erste Tests durchgeführt werden.

Die Start-up Phase

Alles, was zwischen der Unternehmensgründung und der Markteinführung passiert, gehört zur Start-up Phase. Es wird ein Team aufgebaut, das die Aufgabe hat, ein marktreifes (Start-)Produkt zu erarbeiten. Dafür müssen Forschung und Entwicklung betrieben werden.

Bei der Produktionsplanung und -vorbereitung wird unter anderem festgelegt, wo produziert wird und in welchen Mengen. So wird beispielsweise ermittelt, ob das Produkt selbst produziert wird oder eine Fremdproduktion sinnvoller ist.

Bezogen auf die Vertriebskanäle muss vor allem entschieden werden, ob der Vertrieb z.B. über einen eigenen Online-Shop oder ein eigenes Geschäft erfolgen soll und/oder ob eine Vertriebskooperation mit dem Handel vorteilhafter ist. Zudem werden bereits die ersten Kunden gewonnen.

In dieser Phase wird Kapital also für die Gründung selbst, das Gehalt der ersten Mitarbeiter, die Vorbereitung der Produktion und erste Marketingmaßnahmen benötigt. Da der Finanzierungsbedarf sehr hoch ist, kommt ein klassischer Kredit kaum in Frage. Oft wird auch in dieser Phase auf Familie und Freunde zurückgegriffen oder es wird das vorhandene Eigenkapital verwendet. Alternativ kann Geld bei Business Angels oder Venture-Capital-Unternehmen gesammelt werden

Die Wachstumsphase

In der Wachstumsphase ist das Produkt auf dem Markt. Es geht jetzt um eine schnelle Durchdringung des Marktes. Dafür ist vor allem der schnelle Aufbau des Vertriebes wichtig. Auch wenn die Umsätze immer schneller und höher steigen, bedeutet das nicht, dass das Unternehmen bereits Gewinne erzielt. Gewinne kommen erst zustande, wenn Produktion und Vertrieb genug ausgebaut sind.

Je mehr Konkurrenz auf dem Markt ist, umso höher ist der Kapitalbedarf, da die Vertriebswege ausgeweitet werden und das Produkt immer weiter entwickelt werden muss. So soll verhindert werden, dass das eigene Produkt von den Wettbewerbern vom Markt gedrängt wird.

In dieser Phase werden externe Kapitalgeber gesucht, die im Gegenzug für Anteile bereit sind auch größere Beträge in das Unternehmen zu investieren. Dazu zählen Venture Capital oder Kapital von Business Angels. Das Geld wird in verschiedenen Finanzierungsrunden gesammelt mit der sogenannten Serie-Finanzierung. In der Regel werden während der Wachstumsphase die drei Runden Series A, B und C durchgeführt. Die VC-Geber erwarten bei der Serie-Finanzierung eine Vervielfachung Ihres Investments. Dafür sollte sich die Unternehmensbewertung in folgenden Finanzierungsrunden steigern. Während der nachfolgenden Finanzierungsrunden (D, E,…) befindet sich das Unternehmen meistens bereits in der Spätphase.

Die Spätphase

In den Endphasen wird Kapital für das weitere Wachstum des Unternehmens oder einen Pivot benötigt. Außerdem wird das Produktprogramm weiter ausgebaut. Eine große Herausforderung stellt das Management in dieser Phase dar. Viele Gründer führen weiterhin das Unternehmen, obwohl ihnen das notwendige Know-How fehlt ein Unternehmen in dieser Finanzierungsphase zu leiten. Daher ist es sinnvoll, das Team durch erfahrene Führungskräfte zu ergänzen oder sogar zu ersetzen.

Während der folgenden Serie-Finanzierung, bis Serie-E oder weiter, kann es dazu kommen, dass die Unternehmensbewertung im Vergleich zur vorherigen Runde sinkt, die sogenannte Down-Round, oder stagniert, die sogenannte Flat-Round. Um das zu verhindern, können Unternehmen auf Bridge-Finanzierungen zurückgreifen. Dieses ist Fremdkapital, das meist als Venture Loan vergeben wird.

Irgendwann erreicht die Höhe der Unternehmensbewertung eine natürliche Grenze. Venture-Capital-Unternehmen sind nicht mehr dazu bereit, Geld in das Unternehmen zu investieren. Die Serie-Finanzierung wird beendet. Damit ist der letzte Schritt für ein Unternehmen, um Kapital zu erhalten, der Börsengang (englisch: IPO – Initial Public Offer). Jeder kann jetzt in das Unternehmen investieren. Alternativ stehen dem Unternehmen aber auch die selbst erwirtschafteten Mittel zur Verfügung.

Sind die Start-ups bei DHDL überhaupt Start-ups?

Von den DHDL-Kandidaten hat vermutlich der Großteil der Kandidaten die Start-up Phase bereits verlassen und befindet sich bereits in der Wachstumsphase. Sie haben bereits ein fertiges Produkt, das sie auch schon am Markt anbieten. Die meisten suchen bei den Löwen Unterstützung beim Vertrieb und Kapital, um ihre Produktion weiter auszubauen.

Doch nur weil die Start-up Phase verlassen wurde, bedeutet es nicht, dass die Unternehmen keine Start-ups mehr sind. Alle der DHDL-Kandidaten sind dennoch Start-ups. Wann genau die Start-up Zeit endet kommt auf den Betrachter an. Aber in der Regel endet das Start-up Dasein mit dem Börsengang oder stagnierendem Wachstum. Oder wenn ein Unternehmen nicht mehr versucht weiter zu wachsen, sondern profitabel zu werden.

Start-ups in der Wachstumsphase

Die Entwickler von TOWELL+ haben bereits ein marktfähiges Produkt, das schon an die ersten Kunden verkauft werden konnte. Um weiter zu wachsen ist bei ihnen wichtig, dass sie schnellstmöglich ihre Vertriebswege ausbauen, damit sie an den Erfolg bei DHDL anschließen können. Dank der Unterstützung von Jochen Schweizer und Ralf Dümmel konnte das TOWELL+ bereits bei großen Händlern, wie Karstadt, Amazon und OTTO ins Sortiment aufgenommen werden.

Dasselbe gilt für Rendall Pitts’s penta-sense Lutschpastillen. Der Gründer hat bereits alle Vorbereitung für Produktion und Vertrieb getroffen und Forschung und Entwicklung betrieben. Seine Produkte sind bereits auf dem Markt erhältlich. Auch bei penta-sense müssen die Vertriebswege ausgeweitet werden.

Bild: Kagai19927/Shutterstock

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