Die Geschäftsidee steht, aber es mangelt noch an Geld. Und nicht jeder Gründer bekommt die Chance einen Pitch bei „Die Höhle der Löwen“ zu ergattern. Neun Wege, wie man an Kapital für sein Start-up gelangt.

Finanzierungsarten

Bootstrapping

Beim Bootstrapping wird auf jegliches Fremdkapital verzichtet. Das Unternehmen versucht sich selbst durch Einnahmen aus dem Verkauf seiner Produkte zu finanzieren. Daher sollten Ausgaben vermieden werden, sodass das Start-up schnellstmöglich den Break-Even Point erreicht und einen positiven Cash-Flow generiert. Für den Anfang wird auch beim Bootstrapping Eigenkapital oder Kapital von Freunden und Familien benötigt. Möglichst so viel, dass das Eigenkapital ausreicht bis das Unternehmen eigene Einnahmen erwirtschaftet.

Vorteil des Bootstrapping ist, dass der Gründer von Anfang an lernt, wie effektives und sparsames Wirtschaften funktioniert. Doch der Unternehmer ist auch wesentlich größerem Druck ausgesetzt, die knappen Ressourcen möglichst effektiv einzusetzen.

Bootstrapping empfiehlt sich vor allem bei Gründungen, die wenig Startkapital benötigen und Geschäftsideen, die sich leicht an ein enges Budget und knappe Ressourcen anpassen lassen. Vor allem in der Frühphase ist Bootstrapping eine mögliche Finanzierungsart.

Fördermittel

Wer ein Unternehmen gründet, hat die Chance staatliche Fördermittel zu beantragen. Hier ist zu beachten, dass Fristen eingehalten werden müssen. Unternehmer sollten sich also vorher über die Angebote informieren. Die wichtigsten Förderprogramme finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Häufig werden die Fördermittel in Form von Förderkrediten vergeben. Im Gegensatz zu Bankkrediten sind bei Förderkrediten die Zinsen häufig niedriger und es werden weniger Sicherheiten gefordert. Zudem sind die Laufzeiten länger und es gibt eine rückzahlungsfreie Anlaufzeit in welcher der Kredit noch nicht getilgt werden muss. Gründer können einen Förderkredit in der Regel bei ihrer Geschäftsbank beantragen. Es handelt sich bei Förderkrediten jedoch nicht um Geschenke des Staates. Bis zu 85 Prozent der Anträge werden abgelehnt. Gründer sollten den Antrag auf Förderkredite gut vorbereiten.

Staatliche Fördermittel und Förderkredite werden ebenfalls in der Frühphase der Finanzierung eines Start-ups bzw. vor Gründung eines Unternehmens vergeben.

Gründerzuschuss

Während jeder Gründer staatliche Fördermittel beantragen kann, werden Gründerzuschüsse ausschließlich an Bezieher von Arbeitslosengeld I vergeben. Unter Umständen ist es auch für Bezieher anderer Leistungen nach SGB II möglich, wenn sie noch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld von mindestens 150 Tagen haben.

Da Förderungen bis zu 18.000 € steuerfrei sind und nicht zurückgezahlt werden müssen, gehören sie zu den beliebtesten Finanzierungsmitteln für Gründer. Aber Zuschüsse werden nur in speziellen Fällen vergeben und sind daher schwer zu erhalten.

Business Angels

Business Angels steigen oft in einer frühen Phase bei Start-ups ein. Sie investieren nicht nur Kapital, sondern unterstützen die Gründer auch mit ihrem Know-How. Dies gibt Gründern die Möglichkeit von den guten Kontakten und Netzwerken der Business Angel zu profitieren. In der Gründerphase sind Netzwerke oft wertvoller, als reines Kapital. Im Gegenzug erhalten Business Angels Anteile am Unternehmen.

In der Regel steigen Business Angels sehr früh bei Start-ups ein. Sie investieren häufig während oder kurz nach der Gründung. Damit gehen sie ein sehr hohes Risiko ein, denn der Erfolg ist oft noch nicht gut einschätzbar.

Inkubatoren und Acceleratoren

Inkubatoren und Acceleratoren werden häufig synonym verwendet. Dabei unterscheiden sich beide voneinander.

Ein Inkubator bietet Start-ups zwar Venture Capital an, aber vor allem stellt er ihnen Räumlichkeiten zur Verfügung. Hinzu kommt den Gründern auch hier das Know-How der Inkubatoren zu Gute, das bei der Entwicklung der Geschäftsidee hilft.

Accelerator-Programme werden u.a. von Universitäten, Venture-Capital-Gesellschaften oder der Industrie angeboten. Die Gründer bekommen einen Mentor zur Seite gestellt und geben im Gegenzug Anteile ihres Unternehmens an den Kapitalgeber ab.

Venture Capital

Venture Capital wird in unterschiedlichen Phasen in entsprechender Höhe in Start-ups investiert. Auch hier stehen Investoren den Gründern nicht nur mit Kapital, sondern auch beratend zur Seite. Wie bei Business Angels werden dem Investor hier Firmenanteile überlassen.  Mit den finanziellen Möglichkeiten steigt auch die Verantwortung. Denn Venture Capital Geber erwarten von den Gründern eine konstante Berichterstattung über den Stand des Unternehmens.

Venture Capital Geber steigen in der Regel erst in der Wachstums- oder Spätphase bei Start-ups ein.

Crowdfinanzierung

Die Finanzierung durch die Crowd hat in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen. Neben dem allbekannten Crowdfunding werden auch andere Crowdfinanzierungsarten immer bekannter, z.B. Crowdlending, Crowdinvesting und Crowddonation.

Bei der Crowdfinanzierung ist der Vorteil, dass die Finanzierungslast auf viele Kleininvestoren verteilt werden kann. Und die Crowd ist nicht nur Kapitalgeber, sondern kann auch als Absatzkanal und Multiplikator genutzt werden.

Crowdfinanzierung kann bereits ab der Seed-Phase als potentielles Finanzierungsmittel in Betracht gezogen werden.

Insbesondere das Crowdinvesting ist für Start-ups in der Frühphase interessant. Hier werden Teile des Unternehmens an die Crowdinvestoren verkauft, die dann von einer Gewinnbeteiligung oder einem gewinnbringendem Verkauf profitieren können. Der Vorteil für die Gründer ist, dass es sich bei den Beteiligungen in der Regel um stille Beteiligungen handelt. Die Investoren haben also kein Mitspracherecht bei Entscheidungen, die das Unternehmen betreffen.

Aber auch das allbewerte Crowdfunding bringt seine Vorteile mit sich. Es birgt für den Gründer kaum ein Risiko, da sie die Crowd nicht an ihrem Gewinn beteiligen oder einen Kredit zurückzahlen muss. Zudem können Sie ihre Produkte bereits vertreiben, bevor die eigentliche Produktion angefangen hat.

Gründerwettbewerbe

Gründerwettbewerbe sind nicht die konventionellste Art der Finanzierung. Aber es ist einen Versuch wert. Denn Preisgelder können bis zu 100.000 € betragen. Auch hier bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine Auswahl an Gründerwettbewerben.

Darlehen und Kredite

Die klassische Finanzierung eines Unternehmens erfolgt mit Hilfe eines Bankkredits. Die Schwierigkeit hier ist oft, dass der Kapitalbedarf zu niedrig ist, damit es sich für eine Bank lohnt. Oder das Risiko ist zu hoch bzw. es sind nicht ausreichend Sicherheiten vorhanden. Wer einen erfolgsversprechenden Business Plan bei der Bank vorlegen kann verbessert seine Chancen auf Genehmigung des Kredites.

Darlehen und Kredite sind erst in späteren Phasen der Gründung realistisch und empfehlenswert.

Welche Phasen der Finanzierung ein Start-up durchläuft haben wir in unserem letzten Beitrag für Sie zusammengefasst.

 

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