Interview mit Dirk Herzbach, CEO des next media accelerator (3.v.l. auf dem Bild)

Venturate: Der next media accelerator startet am 1. August 2015 seinen Betrieb. Was ist Eure Idee beziehungsweise Euer Auftrag?

Dirk Herzbach: Wir bieten ein sechsmonatiges Accelerator-Programm mit Top Mentoren, Office Space im Betahaus Hamburg und einem erfahrenen Management-Team, um Start-ups erfolgreich zu machen. Initiiert von der dpa und unterstützt von der Stadt Hamburg haben wir zehn Investoren (große bis mittelständische Verlage und Dienstleister aus der Medien-Industrie) und große Sponsoren für unser Projekt gewonnen. Die Hansestadt als der zentrale Medien-Standort soll das Sprungbrett für junge Unternehmen aus ganz Europa werden. Dazu erschließen wir ihnen auch ein großes Netzwerk von medienaffinen Anschlussinvestoren. Wir sind hier nicht von einer großen Company abhängig, sondern wollen einen neutralen Ansatz über viele Bereiche und Aspekte der Wertschöpfung in den Segmenten Content, Advertising, Technology und Services als besonderen Anreiz für Start-ups bieten.

Venturate: Wieso gerade der Bereich Medien? Welche Potenziale seht Ihr in dieser Branche?

Dirk Herzbach: Es gibt noch keinen richtigen vertikalen Accelerator in dieser Industrie und Hamburg ist durch die Vielzahl historisch dort angesiedelter Unternehmen der perfekte Standort dafür. Außerdem gibt es in den sich schnell ändernden Umfeldern aus spannenden Inhalten, neuen Nutzungsverhalten und Technologie ständig neue Ideen und Herausforderungen, die uns persönlich reizen. Last but not least haben unsere Investoren alle diesen Hintergrund und wir wollen gemeinsam viel sehen. Und auch von Dingen lernen, die mal nicht funktionieren.

Venturate: Welche Kritieren legt Ihr bei einem Start-up an, damit sie es in Euer Programm schaffen? Und was sind die Voraussetzungen?

Dirk Herzbach: Inhalt und Geschäftsmodell: Wir wollen als vertikaler Accelerator auch maximal fördern können, das heißt unsere Mentoren, Partner und Investoren müssen zum Start-up passen. Der Zweck des Unternehmens muss in den Bereichen Content, Media, Advertising, Tech liegen (auch Überschneidungen oder Randbereiche), aber nicht in Feldern, wo wir nicht helfen können (z.B. Healthcare Hardware, Toys und Gadgets, Energy, (reiner) E-Commerce etc.). Dafür erhalten die Start-ups eine Anschubfinanzierung von bis 50.000 Euro. Bewerbungsschluss für die erste Runde ist der 15. Juli, denn am 1. August starten wir mit unserem Programm.

Team: Eines der wichtigsten Kriterien ist das Team – komplementäre Skills, Erfahrung im Markt und in der Zusammenarbeit.

Traction: Wir suchen nicht das „Jugend-Forscht-Ideenstadium“, sondern validierte Ideen, die wir gemeinsam skalieren können – unsere Hebel müssen irgendwo ansetzen können.

Venturate: Welche Kompetenzen könnt Ihr den jungen Start-up vermitteln? Worin seht Ihr Eure Stärken?

Dirk Herzbach: Alle im Kernteam bringen komplementäre Skills und Erfahrungen aus den Bereichen Gründertum- und Start-up, Förder- und Investitionsprogramme, Netzwerke und der Medien-Industrie mit. Wir wollen aus brillanten Ideengebern und motivierten Teams erfolgreiche Unternehmer machen, die Märkte erschließen, umkrempeln oder beherrschen.

Venturate: Was bietet das betahaus, in dem der next media accelerator beheimatet ist, den Start-ups für Entwicklungsmöglichkeiten?

Dirk Herzbach: Das betahaus ist einer der Hotspots in der Stadt, zentral gelegen und durch die “Laufkundschaft” und den ständigen Austausch (jeden Tag  und bei Veranstaltungen) der beste Ort für so ein Programm. Wir arbeiten alle zusammen in einer Fläche, die Teams können ständig voneinander lernen, stehen in einer Art sportlichem Wettbewerb und können in unseren und den betahaus-Workshops sehr viel lernen.

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