a9c1e42a-ad1a-4556-8b61-a29604a6293f_iphone-500291-1280

Monatlich Geld anlegen auf die neue Art

Wo können Kleinsparer heute noch zu guten Konditionen monatlich Geld anlegen? Die berühmten 100 Euro, die selbst Kleinanleger einmal im Monat für später zurückgelegt haben, werden heute kaum noch nennenswert verzinst. Die lukrativen Anlagevehikel mit sicheren Zinsen von früher lohnen sich heute kaum noch. Genauso gut könnte der monatliche Sparbetrag in ein Sparschwein gesteckt werden.

Die alte Art monatlich Geld anzulegen

Neulich erst erzählte mir ein alter Schulfreund, wie ihm sein Vater vor einigen Jahren dazu riet, jeden Monat einen gewissen Teil seines Lehrlingsgehalts in einen Bausparvertrag einzuzahlen. Das war kein schlechter Rat damals. Mit einem Bausparer konnte er auch praktisch nicht viel falsch machen, schließlich gab es anständige Guthabenzinsen von 4,5 Prozent und manchmal mehr. Daneben sparte er sich auf diese Weise auch einen Teil des Geldes für sein zukünftiges Eigenheim zusammen – was er allerdings bis heute noch nicht errichtet hat.

Von Finanzanlagen verstand er damals wenig – aber wer tut das schon, wenn der Schulabschluss gerade erst in der Tasche steckt. Das sich zwischen dem Finanzwissen junger Leute von damals und heute nicht viel geändert haben dürfte, darauf hat vor einiger Zeit eine junge Schülerin in einem Tweet aufmerksam gemacht. Sie bemängelte, dass sie mit fast 18 Jahren weder Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen habe, dafür aber eine Gedichtanalyse in vier Sprachen schreiben könne. Die Themen Geldanlage, Aktien oder Zinseszinseffekt hätten da wohl problemlos mit hineingepasst.

Lieber zum Zahnarzt als sich mit Geldanlage beschäftigen

Mit dem Finanzwissen meines Schulfreundes ist es heute immer noch nicht weit her, denn wie die meisten Deutschen interessiert er sich wenig für Finanzanlagen und misstraut Dingen, von denen er nichts versteht, wie etwa der Börse. Damit entspricht er wohl dem klassischen deutschen Sparer respektive Anleger, der Umfragen zufolge lieber zum Zahnarzt geht als sich mit Finanzdingen zu befassen.

Genau genommen sollte mein Freund seinen alten Bausparvertrag auch noch eine Weile behalten und nicht zuteilen lassen, sofern ihn seine Bausparkasse lässt. Denn viele Kassen versuchen mittlerweile, ihre alten Bauspar-Kunden loszuwerden, weil es für sie schwierig geworden ist, das Geld für die Auszahlung der hohen Zinssätze aus früheren Tagen zu erwirtschaften. Die Argumentation der Bausparkassen lautet, dass viele Bausparverträge längst zuteilungsreif sind – also die nötige Sparsumme erreicht ist, und das Baudarlehen ausgezahlt werden könnte – doch die Kunden auf die Auszahlung des Darlehens verzichten und den Vertrag lieber als zinsstarke Geldanlage weiterlaufen lassen und die sichere Rendite kassieren.

In gewisser Hinsicht ist diese Argumentation verständlich, schließlich handelt es sich um ein Produkt zur Eigenheimförderung und verfolgt einen bestimmten, wenn auch vertraglich nicht unbedingt gebundenen Zweck. Doch wurden in der Vergangenheit Bausparverträge auch explizit als Geldanlage mit hohen und sicheren Zinsen angeboten, denn auch für die Bausparkassen war das damals ein einträgliches Geschäft. Der Streit beschäftigt inzwischen Gerichte und Verbraucherschützer und ist noch nicht letztgültig entschieden.

Zinsen sichern heißt nicht (mehr) Zinsen kassieren

Handelte es sich einst also um ein sinnvolles Instrument zum Geld sparen und sichere Zinsen verdienen, dient der Bausparvertrag heute eher der Zinssicherung. Das ist auch nicht verkehrt, denn wenn man früher oder später eh beabsichtigt zu bauen, kann die Sicherung der niedrigen Darlehenszinsen sinnvoll sein, bevor sie künftig wieder ein höheres Niveau erreichen sollten.

Ein gutes Mittel zur Sicherung der niedrigen Zinsen sind mittlerweile auch das Sparbuch oder die Anlagen in Festgeld oder Tagesgeldkonten geworden – was allerdings kaum jemandem gefallen dürfte. Bei dem derzeitigen Zinsniveau werden sich auf diese Weise die monatlich zurückgelegten 100 Euro kaum noch vermehren. Die Zinsen sind zwar sicher, doch eben auch mit Sicherheit niedrig bis kaum noch vorhanden. Damit lohnen sich die einstmals üblichen Geldanlagen für Kleinanleger kaum noch in der althergebrachten Weise.

Meinem alten Schulfreund gefällt das natürlich ebenso wenig. Er legt noch immer etwas Geld monatlich in seinen Bausparer und sein Sparbuch zurück, doch erhält er auf letzteres kaum noch nennenswerte Zinsen, und ersteren darf er möglicherweise nicht mehr lange behalten – sofern sich die Bausparkassen vor Gericht durchsetzen. Doch trotz allen Ärgers vertraut er wie die Mehrzahl der Sparer weiterhin auf die sicheren Zinsprodukte, mit denen man in der Vergangenheit auch gut bedient war.

Crowdlending – die neue Art monatlich Geld zurückzulegen

Natürlich habe ich ihm versucht klarzumachen, wie er mittels Crowdlending in Kreditprojekte des deutschen Mittelstands wieder zu mehr Zinsen kommen kann – und das ebenfalls durch die Anlage von 100 Euro monatlich. Es war nicht ganz leicht und ich weiß auch nicht, ob er am Ball bleibt. Denn natürlich verlangt das monatliche Geldanlegen auf kapilendo auch eine gewisse Aktivität. Bei den althergebrachten Zinsprodukten reichte ein Dauerauftrag mit automatischer Abbuchung.

Dagegen ist der Anlageprozess auf kapilendo für ihn aber auch komplett gebührenfrei – anders als etwa beim Bausparer – und die Rückzahlung von Zins und Tilgung verläuft nach erfolgtem Investment ebenfalls automatisiert ab. Bis auf das Beobachten und Heraussuchen eines passenden Kreditprojekts sowie die Überweisung seines monatlichen Geldbetrags muss er sich also auch nicht viel bewegen.

Vielleicht muss er auch einfach ein paar Monate mitmachen, sich verschiedene Projekte ins Portfolio legen, die zuverlässige Überweisung seiner Zins- und Tilgungszahlungen beobachten und dann wächst die Überzeugung, dass Crowdlending für ihn die neue Alternative ist, wie er monatlich sein Geld anlegen kann.

Related Posts

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.