Sparen und Anlegen – Aber wie?

Sparen und anlegen – das ist für private Haushalte derzeit eine große Herausforderung. Sie fühlen sich als Verlierer der Niedrigzinsen, während vor allem die staatlichen Kassen als Profiteure des Niedrigzinsumfelds angesehen werden. Das sind zentrale Ergebnisse einer Umfrage der Meinungsforscher von Forsa im Auftrag von Union Investment zum hiesigen Anlegerverhalten.

Für Privatanleger lohnt sich sparen und anlegen kaum noch

Mehr als jeder zweite Befragte sieht Deutschland (57 Prozent) sowie die Krisenstaaten im Euro-Raum (55 Prozent) als die größten Nutznießer der niedrigen Zinspolitik der Europäischen Zentralbank an. Weitere 54 Prozent sagen auch über private Unternehmen, dass diese Vorteile aus der Zinssituation ziehen können. Tatsächlich ist das ja auch geldpolitisch gewollt, soll dadurch doch die Kreditnachfrage und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen – auch und gerade in den Krisenländern – angekurbelt werden. Und auch die berühmte schwarze Null im Bundeshaushalt von Finanzminister Wolfgang Schäuble wäre ohne die niedrigen Leitzinsen wohl nicht zu halten.

Was für die einen Vorteile bietet, zieht für andere Nachteile nach sich. Und hier findet mehr als jeder zweite Befragte (56 Prozent), dass Privatpersonen die Verlierer dieser Zinspolitik sind – weil sich sparen nicht mehr lohnt und Geld anlegen schwieriger geworden ist. Immerhin 39 Prozent sehen sogar die Banken als besonders Betroffene an. Möglicherweise weil die Befragten meinen, dass die Geldhäuser mit den zinsbasierten Geschäftsmodellen vergangener Tage nicht mehr genug verdienen können. Dazu gibt es jedoch auch andere Stimmen, die da lauten, dass Banken für ihr Geld heute schon nicht mehr arbeiten müssen, da es ihnen die Zentralbank geradezu hinterherwirft.

Sparprodukte verlieren deutlich an Zustimmung – Gold und Immobilien legen zu

Als Ausweg aus der verfahrenen Situation suchen die befragten Finanzentscheider in der Altersgruppe zwischen 20 und 59 Jahren nach Alternativen zum klassischen Sparen und Anlegen. „Der gefühlte Leidensdruck der Anleger sorgt offenbar dafür, dass sie sich mit Alternativen für ihre Geldanlage beschäftigen. Diese Entwicklung scheint sich langsam aber stetig zu verfestigen“, kommentiert Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment, die Ergebnisse des hauseigenen Anlagebarometers. Doch selbst unter diesen Umständen trauen sich die Deutschen noch immer nicht an aus ihrer Sicht riskantere Finanzprodukte. Zwar finden inzwischen 36 Prozent Aktien attraktiv, doch „näher an die Aktie“ heran, wie die Studieninterpreten behaupten, wagen sich die hiesigen Anleger damit noch nicht. Im Vorquartal lag der Wert bei 35 Prozent, stieg also nur um ein mageres Prozent an.

Als Verlierer unter den Anlageklassen sieht das Bild inzwischen eindeutig aus: Nur noch 22 Prozent (Vorquartal 31 Prozent) schätzen Tagesgeld und nur noch 15 Prozent (Vorquartal 22 Prozent) mögen Lebensversicherungen. Ähnlich mau sieht es für Festgeld und das gute alte Sparbuch aus. „Auch hier ist die Attraktivität im freien Fall und sinkt von 23 auf 17 Prozent bzw. von 19 auf 14 Prozent“, so Gay.

Die beiden absoluten Überflieger unter den Geldanlagen sind hingegen Sachwerte: Gold und Immobilien. Das Edelmetall stieg in der Beliebtheit von 44 auf 55 Prozent innerhalb eines Quartals, das „Betongold“ legte um vier Prozentpunkte auf unangefochtene 74 Prozent zu. Damit haben die Niedrigzinsen zumindest den Effekt, dass sich Immobilienkäufer günstig wie nie finanzieren können. Gleichzeitig vertrauen die Privathaushalte wohl auch nur solchen Wertanlagen, die sie auch anfassen können.

Alternative zu zinslosen Gold- und Immobilieninvestments

Nur, Zinsen gibt es weder auf Gold noch auf Immobilien. Beide sind vielmehr Ausdruck der Sicherung von Vermögen als eine wirkliche Alternative in Sachen Sparen und Anlegen. Denn ein alarmierendes Ergebnis lautet auch: 72 Prozent der Privathaushalte haben kein oder nur noch wenig Vertrauen in die europäischen Währungshüter. Das haben offenbar auch immer weniger Unternehmen. Viele Firmen geben demnach an, dass die Maßnahmen der EZB keinerlei Auswirkungen auf ihre Geschäftsentscheidungen gehabt hätten.

Dass die Geldhäuser den Unternehmen trotz des Geldsegens offenbar dennoch keine sonderlich attraktiven Konditionen einräumen, bekommen wir bei kapilendo des Öfteren zu Gehör. Auf unserem Kreditmarktplatz können sich die kleinen und mittleren Unternehmen einfacher und unkomplizierter Kapital besorgen. Und für die Privathaushalte bietet das Konzept des Crowdlending eine willkommene Zinsalternative, mit der sich Sparen und Anlegen wieder lohnt.

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