Sparen und anlegen für die monatliche Geldanlage

Sparen und anlegen für die monatliche Geldanlage

Regelmäßig Geld sparen und anlegen verlangt heutzutage ein aktiveres Handeln. Vor einigen Jahren war es noch ausreichend, per Dauerauftrag jeden Monat 100 Euro vom Gehaltskonto auf ein Sparbuch oder in einen Bausparvertrag umzuleiten. Die attraktiv verzinsten Sparkonten reichten den meisten Menschen für eine sicherheitsorientierte Anlagestrategie. Mit dem Bausparer konnte zudem für das spätere Eigenheim vorgesorgt werden.

In den letzten Jahren bewegen sich die Zinsen für diese klassischen Anlageformen auf einem extrem niedrigen Zinsniveau. Wer heute noch eine nennenswerte Rendite erzielen möchte, muss sich nach Alternativen umsehen.

Fondssparplan – ausgewogenes Rendite-Risiko-Profil bei regelmäßigem Sparen

Seit Jahren etabliert ist das Fondssparen, bei dem ebenfalls ein monatlicher bzw. regelmäßig eingezahlter Betrag in einen oder mehrere Investmentfonds investiert wird. Dazu ist die Eröffnung eines eigenen Depots zur Verwaltung der Fonds bei einer sogenannten Depotbank notwendig. Im Prinzip ist dieses Depot bei nahezu jeder Bank verfügbar. Spezielle Depotbanken – auch als Direktbanken bezeichnet, die nur online und ohne eigenes Filialnetz arbeiten – bieten hier meist bessere Konditionen bei Gebühren und Verwaltungskosten als klassische Banken und Sparkassen. Insbesondere der Boom kostengünstiger ETFs oder Indexfonds hat dazu geführt, dass sich immer mehr Deutsche ein Depot anlegen und einen Fondssparplan als monatliche Geldanlage besparen.

Das Risiko ist natürlich höher als bei klassischen Sparmodellen, die Renditechancen allerdings auch. Gibt es bei den Sparprodukten wie Festgeldkonto, Lebensversicherung und Bausparvertrag in der Regel die Zusicherung einer – wenn auch minimalen – Verzinsung, so sind die Anleger bei Fondsparplänen von der Wertentwicklung der darin enthaltenen Aktien und Anleihen abhängig. Und die kann auch einmal negativ ausfallen.

Crowdlending – Kredite für Unternehmen als zinsstarke Alternative

Eine andere Möglichkeit, monatlich 100 Euro anzulegen, ist das in den letzten Jahren stetig wachsende Marktsegment Crowdlending oder Peer-to-Peer-Lending. Diese Art des Geldverleihens als direkte Geldanlage erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Ausgehend von Großbritannien und den USA ist das Geldverleihen an Privatleute oder Unternehmen über einen Online-Marktplatz inzwischen auch in Kontinentaleuropa etabliert. Der größte Markt für diese Art des Geldverleihens ist China, die wohl derzeit meisten neuen Lending-Plattformen stammen aus den baltischen Staaten, insbesondere aus Lettland.

Anleger erhalten bei dieser Art Geldanlage feste Zinsen und sind nicht von Kursentwicklungen o.ä. abhängig, wie es z.B. bei Fondssparplänen der Fall ist. In der Regel sind die Registrierung und das direkte Investieren auf diesen Crowdlending-Plattformen schnell und unbürokratisch möglich. In einigen Fällen ist zusätzlich die Eröffnung eines Referenzkontos notwendig, auf welches die Anleger ihre zur Geldanlage vorgesehenen Beträge überweisen müssen. Die Investitionen und die Rückzahlungen erfolgen dann von und auf diese Konten. Das angelegte Geld fließt dann in regelmäßigen Zins- und Tilgungszahlungen an die Anleger zurück. Damit verringert sich über die Laufzeit der Anlage das Verlustrisiko.

Offene Immobilienfonds – der Oldie unter den monatlichen Geldanlagen

Seit eh und je beliebt als Geldanlage sind Immobilien. In gewisser Hinsicht nehmen Immobilieninvestments eine Sonderrolle ein. Als einzelnes Haus sind sie nicht immer erschwinglich für jeden, weshalb sie über verschiedenste Anlagevehikel vertrieben werden. Halten sich viele Anleger beim Geldanlegen von einem Fondssparplan mit Unternehmensaktien fern, so nutzen Sie Immobilieninvestments bereits seit Jahrzehnten für die monatliche Geldanlage. Und zwar ebenfalls in der regelmäßigen Sparplanvariante eines offenen Immobilienfonds. Diese Fonds investieren in der Regel in große Immobilien, die sich in Top-Lage befinden. Dazu gehören Bürohäuser, Hotels, Shopping-Center oder Logistik-Zentren.

Die Rendite offener Immobilienfonds ist mit durchschnittlich 2-3 Prozent nicht eben üppig, aber dafür zumeist stabil und stetig. Damit sind sie bei sicherheitsorientierten Anlegern sehr begehrt, eignen sich damit aber auch für jedes Anlageportfolio als absichernde Komponente mit stabilem Wertzuwachs.

Immobilien-Crowdinvesting – innovatives Sparen und Anlegen

Der Immobilienboom der letzten Jahre hat sich derweil auch in einer neuen Anlageform niedergeschlagen – Crowdinvesting in Immobilien. Hierbei werden auch kleinere Wohnimmobilien-Projekte bis hin zu mittelgroßen Gewerbebauten finanziert. Ähnlich wie beim Crowdlending in Unternehmenskredite können auch beim Immobilien-Crowdinvesting überschaubare Beträge ab 100 Euro für die monatliche Geldanlage investiert werden. Der Unterschied liegt darin, dass die Anleger dabei nicht in Kredite, sondern in nachrangige Mezzanine-Darlehen investieren. Dabei handelt es sich um eine Darlehensform, die von Immobilien-Entwicklern als Teil einer Mischfinanzierung genutzt wird.

Die Laufzeiten beim Immobilien-Crowdinvesting mit rund 12 bis 36 Monaten kommen zudem einem weit verbreiteten Bedürfnis jener Anleger entgegen, die ihr Geld nicht zu lange binden möchten. Ein Nachrangdarlehen ist tendenziell immer mit mehr Risiko behaftet, weil im Falle einer Insolvenz die Gläubiger erst nachrangig, also nach den Fremdkapitalgebern wie kreditgebenden Banken, bedient werden. Entschädigt werden die Nachrang-Gläubiger dafür mit einer höheren Verzinsung.

Auch wenn der Status der Nachrangigkeit für Privatanleger von manchen Seiten kritisch gesehen wird, so eröffnet sich mit dieser Art des Immobilien-Crowdinvestings eine Anlageklasse, die vorher für Privatanleger überhaupt nicht zugänglich war.

Das Feld der monatlichen Geldanlage und das regelmäßige Sparen und Anlegen hält also eine Vielzahl von Möglichkeiten bereit. Auch hier sollten Geldanleger wieder dem Grundprinzip der Diversifikation folgen und ihre Investitionen möglichst breit streuen.

 

 

Artikel vom 31.05.2016

Wo können Kleinsparer heute noch zu guten Konditionen monatlich Geld anlegen? Die berühmten 100 Euro, die selbst Kleinanleger einmal im Monat für später zurückgelegt haben, werden heute kaum noch nennenswert verzinst. Die lukrativen Anlagevehikel mit sicheren Zinsen von früher lohnen sich heute kaum noch. Genauso gut könnte der monatliche Sparbetrag in ein Sparschwein gesteckt werden.

Die alte Art monatlich Geld anzulegen

Neulich erst erzählte mir ein alter Schulfreund, wie ihm sein Vater vor einigen Jahren dazu riet, jeden Monat einen gewissen Teil seines Lehrlingsgehalts in einen Bausparvertrag einzuzahlen. Das war kein schlechter Rat damals. Mit einem Bausparer konnte er auch praktisch nicht viel falsch machen, schließlich gab es anständige Guthabenzinsen von 4,5 Prozent und manchmal mehr. Daneben sparte er sich auf diese Weise auch einen Teil des Geldes für sein zukünftiges Eigenheim zusammen – was er allerdings bis heute noch nicht errichtet hat.

Von Finanzanlagen verstand er damals wenig – aber wer tut das schon, wenn der Schulabschluss gerade erst in der Tasche steckt. Das sich zwischen dem Finanzwissen junger Leute von damals und heute nicht viel geändert haben dürfte, darauf hat vor einiger Zeit eine junge Schülerin in einem Tweet aufmerksam gemacht. Sie bemängelte, dass sie mit fast 18 Jahren weder Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen habe, dafür aber eine Gedichtanalyse in vier Sprachen schreiben könne. Die Themen Geldanlage, Aktien oder Zinseszinseffekt hätten da wohl problemlos mit hineingepasst.

Lieber zum Zahnarzt als sich mit Geldanlage beschäftigen

Mit dem Finanzwissen meines Schulfreundes ist es heute immer noch nicht weit her, denn wie die meisten Deutschen interessiert er sich wenig für Finanzanlagen und misstraut Dingen, von denen er nichts versteht, wie etwa der Börse. Damit entspricht er wohl dem klassischen deutschen Sparer respektive Anleger, der Umfragen zufolge lieber zum Zahnarzt geht als sich mit Finanzdingen zu befassen.

Genau genommen sollte mein Freund seinen alten Bausparvertrag auch noch eine Weile behalten und nicht zuteilen lassen, sofern ihn seine Bausparkasse lässt. Denn viele Kassen versuchen mittlerweile, ihre alten Bauspar-Kunden loszuwerden, weil es für sie schwierig geworden ist, das Geld für die Auszahlung der hohen Zinssätze aus früheren Tagen zu erwirtschaften. Die Argumentation der Bausparkassen lautet, dass viele Bausparverträge längst zuteilungsreif sind – also die nötige Sparsumme erreicht ist, und das Baudarlehen ausgezahlt werden könnte – doch die Kunden auf die Auszahlung des Darlehens verzichten und den Vertrag lieber als zinsstarke Geldanlage weiterlaufen lassen und die sichere Rendite kassieren.

In gewisser Hinsicht ist diese Argumentation verständlich, schließlich handelt es sich um ein Produkt zur Eigenheimförderung und verfolgt einen bestimmten, wenn auch vertraglich nicht unbedingt gebundenen Zweck. Doch wurden in der Vergangenheit Bausparverträge auch explizit als Geldanlage mit hohen und sicheren Zinsen angeboten, denn auch für die Bausparkassen war das damals ein einträgliches Geschäft. Der Streit beschäftigt inzwischen Gerichte und Verbraucherschützer und ist noch nicht letztgültig entschieden.

Zinsen sichern heißt nicht (mehr) Zinsen kassieren

Handelte es sich einst also um ein sinnvolles Instrument zum Geld sparen und sichere Zinsen verdienen, dient der Bausparvertrag heute eher der Zinssicherung. Das ist auch nicht verkehrt, denn wenn man früher oder später eh beabsichtigt zu bauen, kann die Sicherung der niedrigen Darlehenszinsen sinnvoll sein, bevor sie künftig wieder ein höheres Niveau erreichen sollten.

Ein gutes Mittel zur Sicherung der niedrigen Zinsen sind mittlerweile auch das Sparbuch oder die Anlagen in Festgeld oder Tagesgeldkonten geworden – was allerdings kaum jemandem gefallen dürfte. Bei dem derzeitigen Zinsniveau werden sich auf diese Weise die monatlich zurückgelegten 100 Euro kaum noch vermehren. Die Zinsen sind zwar sicher, doch eben auch mit Sicherheit niedrig bis kaum noch vorhanden. Damit lohnen sich die einstmals üblichen Geldanlagen für Kleinanleger kaum noch in der althergebrachten Weise.

Meinem alten Schulfreund gefällt das natürlich ebenso wenig. Er legt noch immer etwas Geld monatlich in seinen Bausparer und sein Sparbuch zurück, doch erhält er auf letzteres kaum noch nennenswerte Zinsen, und ersteren darf er möglicherweise nicht mehr lange behalten – sofern sich die Bausparkassen vor Gericht durchsetzen. Doch trotz allen Ärgers vertraut er wie die Mehrzahl der Sparer weiterhin auf die sicheren Zinsprodukte, mit denen man in der Vergangenheit auch gut bedient war.

Crowdlending – die neue Art monatlich Geld zurückzulegen

Natürlich habe ich ihm versucht klarzumachen, wie er mittels Crowdlending in Kreditprojekte des deutschen Mittelstands wieder zu mehr Zinsen kommen kann – und das ebenfalls durch die Anlage von 100 Euro monatlich. Es war nicht ganz leicht und ich weiß auch nicht, ob er am Ball bleibt. Denn natürlich verlangt das monatliche Geldanlegen auch eine gewisse Aktivität. Bei den althergebrachten Zinsprodukten reichte ein Dauerauftrag mit automatischer Abbuchung.

Dagegen ist der Anlageprozess bei Plattform-Modellen für ihn aber fast immer komplett gebührenfrei – anders als etwa beim Bausparer – und die Rückzahlung von Zins und Tilgung verläuft nach erfolgtem Investment ebenfalls automatisiert ab. Bis auf das Beobachten und Heraussuchen eines passenden Kreditprojekts sowie die Überweisung seines monatlichen Geldbetrags muss er sich also auch nicht viel bewegen.

Vielleicht muss er auch einfach ein paar Monate mitmachen, sich verschiedene Projekte ins Portfolio legen, die zuverlässige Überweisung seiner Zins- und Tilgungszahlungen beobachten und dann wächst die Überzeugung, dass Crowdlending für ihn die neue Alternative ist, wie er monatlich sein Geld anlegen kann.

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