Venturate: Was machst Du bei Sport1?

Robin Seckler: Ich bin Geschäftsführer und dabei verantwortlich für’s digitale Produkt. Das umfasst unser Flaggschiff SPORT1.de, die SPORT1 Mobile Apps, das digitale Sportradio SPORT1.fm, das unter anderem die Bundesliga und die UEFA Champions League live überträgt, sowie Beiboote wie „Bundesliga Manager auf SPORT1“ oder SPORT1 Games.de. Neben diesen B2C-Angeboten produzieren bzw. beliefern wir auch B2B Inhalte an Dritte. Inhaltlich und redaktionell ist mein Kollege Olaf Schröder als Vorsitzender der Geschäftsführung und Chefredakteur für alle Plattformen mit einer zentralen Redaktion verantwortlich.

Venturate: Wie verändert sich die Welt der Sportberichterstattung durch die Digitalisierung?

Seckler: Wenn in der kurzen Geschichte der Zeit überhaupt von “historisch” gesprochen werden kann, so waren SPORT1 und der TV-Sender Deutsches Sportfernsehen (DSF) sicher wegweisend. SPORT1.de ist schon lange eine sehr erfolgreiche Online-Sportplattform; das hat sich durch die Umbenennung von DSF in SPORT1 im Jahr 2010 nochmals verstärkt. Online und TV wurden zu Beginn der Namens-Zusammenlegung noch sehr getrennt voneinander betrieben. Mittlerweile ist die Komplexität aufgrund der wechselseitigen Abhängigkeiten deutlich gestiegen. Im Traffic-Management ruhen wir uns natürlich nicht nur auf der Zugkraft der TV-Marke aus, sondern bespielen von SEO bis Social eine Vielzahl von Kanälen. Neben den genannten Angeboten betreiben wir zum Beispiel mit über 700.000 Fans unsere Facebook-Page – wenn man so möchte “Deutschlands größten 24-Stunden-Sport-Stammtisch”.

Sport1-Facebook

Twitter nutzen wir ebenfalls sehr intensiv, unser unser YouTube-Channel zählt rund 60.000 Subscriber – Tendenz stark wachsend. Zusätzlich bieten wir unsere beiden Pay-TV-Sender SPORT1+ sowie SPORT1 US im Livestream als Abo-Angebote an. Bei all dem überlegen wir natürlich immer, wie die digitalen Angebote unser TV-Programm stärken können und vice versa. Und Mobile habe ich dabei noch gar nicht erwähnt.

Venturate: Was passiert bei Euch Mobile, wo sich die Nutzung online generell gerade hin verlagert?

Sport1-Mobile1

Seckler: Die digitale Transformation hat schon ein ordentliches Tempo in der Veränderung des Nutzungsverhaltens an den Tag gelegt. Aber der starke Shift von Online hin zu Mobile stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten. Im letzten Jahr haben auch wir erlebt, dass inzwischen mehr User mobil auf SPORT1.de zugreifen als über den Desktop – dabei überwiegend über die App. Das bedeutet zum einen, dass wir unser Angebot noch stärker an die Bedürfnisse und Möglichkeiten einer mobilen Nutzungs anpassen und zum anderen weitere Komplexitäten für parallele Plattformen von iOS über Android bis Blackberry beherrschen.

Venturate: Ihr habt gerade den Relaunch von SPORT1.de an den Start gebracht. Worum ging es Euch dabei?

Seckler: Letztlich darum, unseren umfangreichen Content über eine integrierte Technologie zu bündeln und dem Nutzer unter unserer starken Marke das beste Sportangebot zu jeder Zeit und auf jedem Device anzubieten. Dazu haben wir nach über zehn Jahren ein komplett neues State-of-the-Art Backend aufgesetzt, welches Plattform-agnostisch, also unabhängig von Device oder Betriebssystem, sämtliche Mediengattungen von Text, Bild, Video und Daten speichern bzw. verwalten kann. Ausspielen können wir über jeden aktuell oder in der Zukunft relevanten Kanal. Allerdings ist mit der besten Arbeit unter der Haube nichts gewonnen, wenn man nicht radikal nutzerzentriert an die Konzeption des Frontends geht. Dort haben wir über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren viel Wert auf ein maximal emotionales Sporterlebnis für den Nutzer gelegt: Opulente Flächen, große Bilder, jede Menge Videos in einer fokussierten Userführung bei der Navigation bzw. Informationsarchitektur insgesamt.

Sport1-Home

Ebenfalls war uns wichtig, rund um die journalistische Story sämtliche Darstellungsformen viel stärker als früher zu integrieren. Datenjournalismus, der sich immer größerer Bedeutung erfreut, sei da ganz besonders hervorgehoben. Im Januar 2015 haben wir den Schalter umgelegt: Seitdem ist die neue SPORT1.de online, die zuvor bereits parallel zur bisherigen Website in der Public Beta gelaufen war.

Venturate: Ihr seid gerade dem Verband BITS:connect beigetreten. Was versprecht Ihr Euch davor?

Seckler: Ich war im September auf der ersten Bits & Pretzels, und das Event hat mich mit seiner starken Gründerorientierung samt dem kompakten Programm überzeugt. Wenn man heute gerade als etabliertes Medienunternehmen bestehen möchte, muss man dringend aus seinem Elfenbeinturm heraus und mit ambitionierten Unternehmern auf Augenhöhe den Austausch suchen. Nachdem wir uns zudem von Anbeginn zum Standort Bayern bekennen, fanden wir es klasse, den zum Event gehörigen Verband BITS:connect zu unterstützen. Eine besondere Ehre ist es mir, dass wir sogar als erstes Fördermitglied beigetreten sind. Das zweite Bits & Pretzels am 16. Januar hat SPORT1 gesponsert. Zudem war ich als „Table Captain“ mit von der Partie.

Venturate: Was verbindet Euch als Corporate denn tatsächlich mit Start-ups?

Seckler: Diese althergebrachte Unterscheidung ist heute nicht mehr angezeigt. Wie gesagt: Sowohl die Komplexität als auch die Implementierungsgeschwindigkeit von Innovationen nehmen weiter zu. Auch wir als etabliertes Medienunternehmen stehen plötzlich in einem neuen Wettbewerb. Was wir von Start-ups methodisch lernen können ist die Agilität, sich bietende Chancen mit technologischen Mitteln und mit rigorosem Blick auf den User schnell zu nutzen. Die digitale Transformation findet in dieser Hinsicht in hohem Maße bei uns intern in den Prozessen und in der Unternehmenskultur statt. Zweitens möchten wir ein glaubwürdiger Akteur im Eco-System sein, um für Partnerschaften aber auch als Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Last but not least werden wir demnächst unsere neue technische Infrastruktur mit APIs versehen, damit sich Developer für eigene Anwendungen ganz einfach bedienen können.

Sport1-Artikel
Venturate: Wie nutzt Ihr unsere Plattform?
Seckler: Wir verwenden Venturate, um uns regelmäßig einen Überblick über relevante Start-ups zu verschaffen. Fokus ist erwartungsgemäß der Sport. Zur Fitness im digitalen Zeitalter gehört auch das Verständnis, dass man nicht alles selbst aus dem Boden stampfen kann und muss. Manchmal ist es besser, am Puls der Zeit gute Ideen mit starken Gründungsteams zu finden und sich frühzeitig zu beteiligen. Mit unseren Assets bieten wir die besten Möglichkeiten, Start-ups im Bereich Sport über unsere zahlreichen Kanäle intensiv zu promoten. Venturate bietet uns dazu ein ideales Tool.

Venturate: Wo werdet Ihr in der Zukunft am stärksten wachsen?
Seckler: Für uns ist die Schnittstelle zwischen Mobile, Video, Social und Personalisierung besonders “hot”. An der Stelle brüten wir selbst an Konzepten bzw. sehen uns proaktiv im Netzwerk um.

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