Eine gute Vorbereitung ist viel wert: Vom 31. Oktober bis 1. November findet in Nürnberg die START Messe statt, die sich rund um Gründung, Finanzierung, Franchising und Nachfolge dreht. Venturate hat dazu  Henning Könicke interviewt. Er ist seit einigen Jahren bei der Projektleitung der iENA (internationale Fachmesse Ideen, Erfindungen, Neuheiten) maßgeblich beteiligt. Da sich dort schon immer viele gründungsfreudige Menschen treffen, ist er mit dem Thema bestens vertraut.

Venturate: Die START Messe in Nürnberg gibt es bereits seit 1998. Was hat sich in dieser Zeit alles verändert? Sind die Fragen und Anforderungen an die Gründer und Unternehmen noch dieselben wie beim Start?

Start Messe Henning KönickeHenning Könicke: Die START-Messe wurde 1998 entwickelt, um angehenden Gründern eine zentrale Informationsplattform zu bieten. Der Messebesucher sollte zentral unter einem Dach alle relevanten Informationen finden, um sein Gründungsvorhaben in die Realität umsetzen zu können. Neben den Informationen von Ausstellern ist gerade das kostenfreie Vortragsprogramm für die Besucher eine wichtige Starthilfe. Thematische Schwerpunkte sind Finanzierung und Fördermittel, Marketing und Franchising. Die START-Messe hat sich in den vergangenen Jahren an die aktuelle gesellschaftliche Situation angepasst und sich mit ihr weiterentwickelt, so stand die Messe von 2003 bis 2006 klar im Fokus der „Ich AG“. Hierbei wurde vor allem Gründern aus der Arbeitslosigkeit geholfen. Gleich geblieben in all den Jahren START-Messe ist der direkte Kontakt zu Experten aus allen gründungsrelevanten Bereichen – Marketing, Recht, Steuern, Finanzierung oder Franchising als neue Geschäftsidee.

Venturate: Gründen ist heute ein Trend. Wie erklären Sie sich dieses Phänomen?

Henning Könicke: Immer mehr junge Menschen wollen ihre kreativen Ideen selbst umsetzen und „Ihr Ding“ machen. Sie sind immer häufiger auch dazu bereit ein eigenes Unternehmen zu gründen. Vor diesem Hintergrund erklärt sich sicher auch der Erfolg von „Crowdfunding“ – ganz egal ob es sich um einen Kinofilm handelt oder um ein neuartiges Produkt. Denn jeder kann sich auch mit Kleinstbeträgen an dieser Geschäftsidee beteiligen – und wird dies dann auch über Social Media Kanäle weitergeben. So entstehen natürlich eine besondere Dynamik und eine gewisse Bekanntheit in der Öffentlichkeit.

Venturate: An wen richtet sich die START?

Henning Könicke: Die START-Messe richtet sich an alle, die gründen wollen. Die Besucher finden bei uns Antworten auf alle Gründungsfragen, können sich austauschen, Ideen sammeln, eigene Konzepte überprüfen oder auch hinterfragen lassen. Im Grunde ist die START-Messe eine große und sehr intensive Coaching-Gelegenheit für angehende Gründerinnen und Gründer! Und diese Chance sollte man nutzen.

Venturate: Die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse sind für Start-ups heute wichtiger denn je? Bietet die START für Gründer in diesem Bereich eine Hilfestellung?

Henning Könicke: Wir haben mit der Dykiert Beratung und Four Quarters Exist renommierte Gründungsberater als Aussteller und Referenten vor Ort. Dort finden Interessenten kompetente Beratung, wie sie auch unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgreich gründen können. Die Idee der START ist es ja, dass angehende Unternehmer eben manche vermeidbaren Fehler erst gar nicht begehen, bzw. manches Hindernis schon weit vorher umfahren können.

Venturate: Werden neben zahlreiche Institutionen, Start-ups auch einige Investoren an Ort und Stelle sein?

Henning Könicke: Unter den Ausstellern sind keine Business-Angels vertreten. Die START bietet aber auch immer die Möglichkeit des Networkings zwischen Besuchern und Ausstellern. Denn auch eine Marketingagentur, die auf der START ihre Dienstleistungen anbietet, war mal irgendwann ein START-up.

Nürnberg Start Messe

Venturate: Der Schwerpunkt der Messe liegt auf der Vorgründungsphase – was müssen Gründer dabei im Besonderen zu beachten?

Henning Könicke: Das Unterfangen Gründung steht und fällt mit dem Businessplan. Diesen gilt es möglichst detailreich auszuarbeiten. Dies ist zum einen für das Bankengespräch wichtig, aber auch um mögliche Lücken aufzutun. Zum anderen kann der Plan von Beratern kritisch geprüft werden. Es hilft dem Gründer nicht, wenn er nur sein möglichst ausgereiftes Produkt oder seine Dienstleistung kennt, aber keine Ahnung hat, wie er es auf die Straße, sprich den Markt bringt.

Venturate: Glauben Sie, dass Crowdfunding dazu beitragen kann, die zarte Gründerkultur in Deutschland weiter zu stärken?

Henning Könicke: Absolut. Gerade über Social Media Kanäle hat wohl jeder schon einmal von einem Crowfundingprojekt gehört. Und sich gedacht: Wenn mein Freund, dem ich vertraue, sich daran beteiligt, warum dann nicht auch ich? Die Mitfinanzierung ist ja meist schon mit kleinen Beträgen möglich und regt dann ja auch dazu an, sich über das Unternehmen zu informieren und am Ball zu bleiben. Die Erfolge, die Gründer derzeit mit Crowdfunding erzielen, geben vielen in der Vorgründungsphase vielleicht den letzten Anstoß, die Gründung zu wagen.

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