Tipps und Tricks für den Schutz vor der Inflation

Tipps und Tricks für den Schutz vor der Inflation

Die Inflation steht für schleichenden Wertverlust. Besonders in der aktuellen Niedrigzinsphase ist die Inflation zu beachten, denn sie entscheidet oft über Verlust oder Gewinn. Als Anleger müssen Sie daher vorsorgen und sich vor der Inflation schützen.

Wir zeigen Ihnen Historie, Formen, Ursachen und Auswirkungen der Inflation und wie Sie Ihr Kapital effektiv gegen sie absichern können. Lassen Sie sich nicht schleichend enteignen. Lernen Sie jetzt die passenden Abwehrtechniken kennen.

Die Inflation – Definition

Inflation steht für Geldentwertung. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und steht für „aufblähen“. Wenn die Geldmenge in einem Land schneller als die Produktion wächst, steigen die Durchschnittspreise. Das Preisniveau erhebt sich insgesamt, sodass Ihr Geld entwertet wird.

Die Inflation kann ebenfalls durch steigende Rohstoff- oder Produktionskosten verursacht werden. Auch erhöhte Steuersätze können zu einer Inflation beitragen.

Es gibt verschiedene Arten der Inflation:

Eine Form ist die „schleichende Inflation“. Bei ihr liegt die jährliche Preissteigerungsrate bei unter 5 Prozent. Diese „gemäßigte“ Form der Inflation ist die bei uns in den Industriestaaten vorherrschende Art der Inflation. Sie wird als positiv für die Wirtschaft angesehen, denn Sie begünstigt den Konsum und ermöglicht gleichzeitig, dass man sich günstig Geld leihen kann.

Eine hohe Inflation ist weniger gut für die Wirtschaft. Die Preise steigen schneller als die Löhne, sodass die Vermögen der Bürger vernichtet werden. Gleichzeitig wird das Vertrauen in die Währung bei Bürgern und Investoren geschwächt. Dies verstärkt die Inflation zusätzlich.

Die „Hyperinflation“ zeichnet sich durch unkontrollierte und extrem schnelle Preissteigerungen aus. Die Hyperinflation ist der Alptraum jeder Volkswirtschaft und kann sie komplett zum Erliegen bringen.

Das Gegenteil der Inflation ist die Deflation. Während einer Deflation sinkt das allgemeine Preisniveau. Dies ist schlecht für die Wirtschaft, denn Konsumenten schieben Käufe immer weiter hinaus. Der Staat und die Zentralbanken versuchen daher immer, eine Deflation zu vermeiden.

Messung der Inflation

Gemessen wird die Inflation nicht nach Bauchgefühl, sondern mithilfe eines Preisindex. Der Preisindex betrachtet eine Auswahl von etwa 750 verschiedenen Gütern und deren Preissteigerungen über einen bestimmten Zeitraum. Dafür werden „Durchschnittsfamilien“ ermittelt, für die ein bestimmter „Warenkorb“ festgelegt wird.

Um die Inflation zu messen, ermittelt man nun, um wie viel Prozent der Preis dieses Warenkorbs – zum Beispiel über einen Zeitraum von einem Jahr – gestiegen ist. Die errechneten Durchschnittspreise und Preissteigerungsraten dieser Warenkörbe ergeben dann zusammen die Inflationsrate einer Volkswirtschaft.

Um die grundlegende Funktionsweise der Inflation zu verdeutlichen, möchten wir Ihnen ein fiktives Beispiel anbieten. Verglichen werden die Preise verschiedener Lebensmittel und deren Preissteigerungen innerhalb eines Jahres.

 

Produkt Preis 2016 Preis 2017 Inflationsrate
1 Ei 1,00 € 1,02 € 2 %
1 Liter Milch 1,00 € 1,03 € 3 %
1 Brot 1,00 € 1,01 € 1 %
Gesamtinflation 2 %

 

Die Inflationsrate wird aus den Preissteigerungen für bestimmte Produkte ermittelt. Nicht jeder ist gleichermaßen von der Inflation betroffen. Dies hängt mit den unterschiedlichen Warenkörben zusammen, die für verschiedene Verbrauchertypen angenommen werden: Singles kaufen andere Produkte ein als Familien, Alte andere als Junge.

Wer profitiert, wer verliert durch die Inflation?

Die Inflation begünstigt Schuldner und schadet den Gläubigern. Durch die Geldentwertung schrumpft der reale Wert von Forderungen. Der Staat als größter Schuldner ist deshalb auch der größte Gewinner. Denn ist die Inflationsrate höher als der Zins, zu dem sich der Staat Geld geliehen hat, schmelzen die Staatsschulden von ganz alleine dahin.

Kontrolliert wird die Inflation auf staatlicher Seite durch den Leitzins. Wird der Leitzins gesenkt, leihen sich die Banken mehr Geld. Die Geldmenge steigt und damit auch die Inflationsrate.

Wird der Leitzins erhöht, leihen sich die Banken weniger Geld bei der Zentralbank. Dadurch sinkt das Wachstum der Geldmenge und die Inflation wird gebremst.

Die größten Verlierer hoher Inflation sind die Bürger, vor allem jene aus der Mittelschicht. Sie sind nicht vorbereitet auf unerwartete Preissteigerungen. Die Gehälter steigen selten proportional zur Inflation, was die Bürger belastet.

In einer gesunden Volkswirtschaft funktioniert das Wechselspiel aus Leitzinserhöhung und Senkung. Allerdings funktioniert dies nicht immer, und an verfehlter Geldpolitik sind schon einige Staaten gescheitert. Ein bekanntes Beispiel ist die Weimarer Republik, die sich durch eine selbst ausgelöste Hyperinflation an den wirtschaftlichen und politischen Abgrund manövriert hatte.

Die Inflation wirkt meist im Hintergrund, und die wenigsten spüren ihre Folgen sofort. In den 1920er-Jahren war das anders. Der bis dato größte Krieg der Menschheitsgeschichte, der Erste Weltkrieg, hatte nicht nur Millionen Menschenleben vernichtet, sondern auch die europäische Wirtschaft schwer getroffen.

Die Kriegsparteien hatten ihre Kosten vorzugsweise durch Ausgabe von Anleihen und dem Drucken von Geld finanziert. Die Zeche sollte der Verlierer zahlen. Fünf Jahre nach der Niederlage lag Deutschland auch wirtschaftlich in Trümmern: Es mussten Reparationszahlungen geleistet, Kriegsanleihen bedient und das Land wiederaufgebaut werden.

Die Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen im Jahr 1923 brachte das Fass dann zum Überlaufen. Die deutsche Regierung rief zum passiven Widerstand, vornehmlich durch Bestreiken der Betriebe auf. Im Gegenzug zahlten Sie die Löhne der Arbeiter weiter.

Um die Gehälter bedienen zu können, druckte die deutsche Regierung Geld und verursachte damit die schwerste Inflation in der deutschen Geschichte. Das Geldrucken bewirkte, dass mehr und mehr Geld ohne materiellen Gegenwert das Land überschwemmte.

Dadurch, dass das Geld immer weniger wert war, explodierten Löhne und Preise. Das Geld war zum Spielball der Inflation geworden und damit praktisch zu Spielgeld. Die Inflation war so stark, dass sich der Wert des Geldes innerhalb weniger Stunden stark verringern konnte. Dies nennt man Hyperinflation, eine extreme Form der normalen, „natürlichen“ Inflation.

Die folgende Tabelle zeigt, was Hyperinflation bedeuten kann.

 

Produkt Preis 9. Juni 1923 Preis 2. Dezember 1923
1 Ei 800 Reichsmark 320 Milliarden Reichsmark
1 Liter Milch 1.440 Reichsmark 360 Milliarden Reichsmark
1 Kilo Kartoffeln 5.000 Reichsmark 90 Milliarden Reichsmark
1 Straßenbahnfahrt 600 Reichsmark 50 Milliarden Reichsmark
1 Dollar 100.000 Reichsmark 4,21 Billionen Reichsmark

 

Die Hyperinflation sorgte dafür, dass die Ersparnisse zahlreicher Deutscher komplett vernichtet wurden. Vor allem die Anfang 1914 noch als sicher geltenden Kriegsanleihen entpuppten sich als Geldvernichter. Dies sorgte für größte Unruhe innerhalb der deutschen Bevölkerung und senkte das Vertrauen in die noch junge Weimarer Republik nachhaltig. Zahlreiche Historiker gehen davon aus, dass die schlechte wirtschaftliche Lage und damit auch die Inflation mitverantwortlich für die Machtergreifung Hitlers und den Zweiten Weltkrieg sind.

Ein weiteres bekanntes Beispiel ist Simbabwe. Hier herrschte zwischen 1980 und 2015 extreme Inflation. Insgesamt wurden vier Versionen des „Simbabwe-Dollar“ eingeführt. Genützt hat es nichts. Die Inflation konnte nicht aufgehalten werden und das Zahlungsmittel wurde am 1. Oktober 2015 aus dem Verkehr gezogen.

Sie sehen also: die Inflation kann sehr gefährlich werden und hat nicht nur große Auswirkungen auf Ihre persönliche Geldanlage, sondern auf ganze Staaten und Wirtschaftsräume.

Ursachen der Inflation

Doch Inflation entsteht nicht allein durch verfehlte Geldpolitik von Staaten, sondern auch „ganz natürlich“.

Man unterscheidet zwischen Geldmengen-, nachfrage- und angebotsinduzierten Inflationsentwicklungen. Meistens spielen in einer Volkswirtschaft alle Faktoren zusammen und beeinflussen die Inflationsrate jeweils ein Stück selber.

Geldmengeninflation beschreibt den Zustand, in dem Staaten bzw. Zentralbanken Geld drucken und dadurch die Geldmenge erhöhen.

Nachfrageinflation entsteht, wenn die Nachfrage nach Gütern das Angebot übersteigt. Durch die erhöhte Nachfrage bei (vorerst) gleichbleibender Produktion steigen die Preise der Güter.

Als Angebotsinflation bezeichnet wird jene Situation, in der Preissteigerungen auf der Angebotsseite ausgelöst werden. Zum Beispiel, wenn Unternehmen erhöhte Kosten an die Verbraucher weitergeben und dadurch die Preise steigen (Kostendruckinflation). Oder aber, wenn die Unternehmen ohne vorherige Kostensteigerung die Preise erhöhen, um ihre Gewinne zu steigern.

Geld vor Inflation schützen – so funktioniert es

Die Inflation ist natürlicher Teil des Geldsystems und sollte beim Geldanlegen immer beachtet werden.

In Deutschland müssen Sie mit einer Inflationsrate in Höhe von zwei Prozent im Jahr rechnen. Dies ist der Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Natürlich gibt es in manchen Jahren eine höhere Inflationsrate, in anderen eine niedrigere. Als Anleger sollten Sie sich aber langfristig am Durchschnittswert von zwei Prozent orientieren.

Um Ihr Geld gegen Inflation zu schützen, müssen Sie also sicherstellen, dass die Verzinsung bzw. Rendite Ihrer Geldanlagen die Inflation übersteigt oder wenigstens ausgleicht.

Um einen Werterhalt zu erreichen, müssen Sie in Deutschland also mindestens zwei Prozent Rendite im Jahr erwirtschaften. Um einen Gewinn zu erzielen, muss die Rendite Ihrer Geldanlage diese zwei Prozent noch übersteigen. Die Differenz aus Rendite abzüglich der Inflation ergibt Ihre effektive, wahre Rendite.

Das eigene Kapital vor Inflation schützen – einfacher gesagt als getan

Im Jahr 2017 ist der Schutz vor Inflation jedoch gar nicht einfach. Der Leitzins liegt bei 0,0 Prozent, sodass auf traditionelle Sparanlagen wie Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch fast keine Zinsen mehr gezahlt werden. Die Inflationsrate dagegen betrug im Januar 1,9 Prozent, im Februar 2,2 Prozent und im März 1,6 Prozent. Dadurch entwertet die Inflation aktuell die Spareinlagen der Deutschen.

Doch welche Anlageformen eignen sich da noch als Inflationsschutz? Wir haben die beliebtesten Anlageklassen für Sie geprüft.

Der vermeintlich einfache Inflationsschutz

Die Börse bietet einen direkten Schutz gegen die Inflation: inflationsgesicherte Anleihen (Inflation-Linked-Bonds).

Diese Anleihen sind an die Inflationsrate gekoppelt. Steigt die Inflationsrate, steigt auch die Verzinsung. Umgekehrt verhält es sich genauso.

Für Börseneinsteiger sind diese Anleihen aber nicht unbedingt geeignet. Häufig sind bei dieser Anlageform mangelnde Transparenz und versteckte Kosten anzutreffen.

Wer sich wirklich gegen Inflation absichern will, sollte sein Geld aufwerten.

Die vier Wege zum Inflationsschutz

Wirklichen Inflationsschutz erreichen Sie nur, indem Sie Ihr Geld gewinnbringend anlegen. Auf diese Weise können Sie der Geldentwertung am besten entgegentreten. Das Schöne ist: Sie schützen sich nicht nur gegen Inflation, sondern vermehren gleichzeitig Ihr Kapital.

Diese Anlageklassen sind zwar Wertschwankungen unterworfen – langfristig geht der Trend aber nach oben. Behilflich ist dabei auch die Inflation, selbst wenn Sie nur gemäßigt ist.

Achtung: Bitte beachten Sie, dass höhere Renditen auch mit einem höheren Risiko einhergehen. Mit höheren Renditen können Sie zwar die Inflationsrate schlagen, aber natürlich kommen bei höher verzinsen Anlageformen neue Risiken auf Sie zu.

1. Aktien

Aktien zählen wie Immobilien oder Edelmetalle zu den Sachwerten. Denn hinter den Aktien stehen Unternehmen mit dazugehörigen echten Werten wie Fabrikhallen, Maschinen und Personal.

Als Inflationsschutz sind Sie recht gut geeignet, denn meistens steigen die Kurse, wenn die Geldmenge steigt. Wie immer bei Aktien, kommt es darauf an, welche Aktien Sie besitzen. Wenn es den Unternehmen gelingt, die durch Inflation verursachten Kostensteigerungen weiter zu geben, dann können Sie als Aktionär von der Inflation profitieren.

Voraussetzung ist aber, dass die Reallöhne der Kunden mithalten können. Sinkt die Kaufkraft der Kundschaft eines Unternehmens, können die Preise nicht an diese weitergegeben werden, da sie sich die Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens nicht mehr leisten können.

Hier kommt es immer auf das richtige Maß an. Studien zeigen, dass Aktien bis zu einer Inflationsrate von fünf Prozent am besten abschneiden. Höhere Inflationsraten dagegen verursachen schwerwiegende Probleme. Dies betrifft dann meist aber die ganze Volkswirtschaft und auch andere Anlageklassen.

Aktien sind also bei einer moderaten bis erhöhten Inflationsrate bis fünf Prozent als Inflationsschutz geeignet. Darüber hinaus kommen viele unvorhersehbare Risikofaktoren auf Sie zu. Natürlich kommt es auf die richtigen Aktien an. Auch ohne starke Inflation, auch in einer funktionierenden Volkswirtschaft, kann ein Unternehmen insolvent gehen.

Grundsätzlich aber sollte ein Aktieninvestment die Inflationsrate von zwei Prozent locker schlagen. Der DAX, der größte Deutsche Aktienindex, erwirtschaftete bisher im Schnitt ein Plus von acht Prozent pro Jahr. Ihre effektive Rendite läge hierbei also bei plus sechs Prozent pro Jahr und damit weit über der Inflation.

Empfehlenswert sind vor allem Aktien mit Dividendenausschüttung. Die Dividende kann fallende Kurse ausgleichen und sorgt für ein anständiges Anlageplus in guten Zeiten. Außerdem müssen Sie Ihre Aktien nicht verkaufen, um an Kapital zu gelangen. Die Dividenden füllen Ihr Konto regelmäßig mit sofort verfügbarem Geld.

Fazit: Bei moderat erhöhter Inflation bieten Aktien einen guten Schutz. Steigt die Inflationsrate jedoch rapide an, sind auch die Unternehmen betroffen.

2. Unternehmensanleihen von Großkonzernen

Als Alternative zu Aktien bieten sich Unternehmensanleihen an. Viele Unternehmen leiden unter einer Kreditklemme und sind händeringend auf der Suche nach zusätzlichen Finanzierungsmitteln. Über eine Anleihe können Sie den Unternehmen die benötigte Finanzierung verschaffen und gleichzeitig Zinsen verdienen.

Bei Unternehmensanleihen sollten Sie sich aber für Anleihen von Großkonzernen entscheiden. Anleihen mittelständischer Unternehmen sind oft intransparent und mit großen Risiken behaftet.

Fazit: Unternehmensanleihen von Großkonzernen bieten eine festverzinsliche langfristige Geldanlage. Wählen Sie Großkonzerne als Schuldner, bei ihnen ist eine Rückzahlung am ehesten gegeben. Diese Unternehmensanleihen bieten daher eine interessante Option für den Inflationsschutz.

3. Crowdlending & Crowdinvesting

Crowdlending ermöglicht das Investieren in Kreditprojekte von (meist kleineren) Unternehmen. Als Gegenleistung erhalten Anleger regelmäßige Zins- und Tilgungszahlungen. Crowdlending bietet im Schnitt Zinsen über fünf Prozent im Jahr. Damit liegt Crowdlending mit drei Prozent noch immer deutlich über der Inflationsrate.

Wichtig ist, dass die kreditnehmenden Unternehmen ihre Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Anlegern bedienen können. Funktioniert dies, sollten Sie mittels Crowdlending die Inflation locker schlagen.

Eine Besonderheit beim Crowdlending ist, dass Sie in regelmäßigen Abständen Zins- und Tilgungszahlungen erhalten. So können Sie bei Bedarf etwas Kapital vom Crowdlending in andere Anlageklassen leiten. Es bietet dadurch ein Stück mehr Flexibilität als Unternehmensanleihen oder Aktien, die sich gegebenenfalls nur unter Verlust liquidieren lassen.

Crowdinvesting kann ebenfalls eine Möglichkeit zum Inflationsschutz darstellen. Hier erhalten Anleger neben einem festgelegten jährlichen Zins noch eine mögliche Erfolgsbeteiligung. Wichtig ist hierbei natürlich die Wahl guter Anlageprojekte, hinter denen zahlungskräftige Firmen stehen. Kleinanleger sollten dabei Crowdinvesting-Projekte von Start-ups lieber umgehen und auf etablierte Mittelständler und bekannte Unternehmen setzen.

Fazit: Crowdlending und Crowdinvesting bieten eine überdurchschnittliche Verzinsung. Besonders im aktuellen Niedrigzinsumfeld bietet sich hier eine interessante Alternative. Vom Risikoprofil her ähneln Sie Aktien und Unternehmensanleihen. Bei einer sehr hohen Inflation werden aber auch diese Anlageformen keinen ausreichenden Inflationsschutz mehr bieten können.

4. Infrastrukturfonds

Der Ausbau der Infrastruktur wird auf lange Zeit ein wichtiges Thema in Deutschland und der Welt bleiben. Eine Investition in Infrastrukturfonds kann sich daher lohnen, v.a. weil die meisten eine überdurchschnittliche Verzinsung bieten. Der Bedarf ist enorm und wird weiter wachsen.

Infrastrukturfonds bieten eine vergleichsweise hohe Stabilität und Berechenbarkeit. Die Unternehmen, an denen die Fonds beteiligt sind, sind häufig „Quasimonopolisten“, die durch langfristige Verträge abgesichert und weniger konjunkturabhängig sind. Daher sind Infrastrukturfonds gut als Ergänzung zum Inflationsschutz geeignet

Fazit: Infrastrukturfonds zeichnen sich durch eine beständig hohe Nachfrage und Berechenbarkeit aus. Daher sind sie eine interessante Anlageform für den Inflationsschutz. Häufig sind sie aber für Privatanleger nicht ohne Weiteres als Investment zugängig.

 

Weniger als Inflationsschutz geeignete Anlagen

Es gibt Anlageklassen, die auf den ersten Blick wie ein sicherer Schutz gegen Inflation wirken. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich aber spezifische Tücken. Wir sagen Ihnen, wo Sie aufpassen müssen:

Tagesgeld / Festgeld / Sparbuch

Aktuell sind die Zinsen für diese Anlageklassen extrem niedrig. Im Schnitt werden 0,1 bis maximal 0,5 Prozent an Zinsen pro Jahr gezahlt. Da die Inflationsrate bei im Schnitt zwei Prozent pro Jahr liegt, sind diese Anlageformen aktuell für den Inflationsschutz nicht geeignet. Zwar können Sie den Wertverlust durch Optimierung ein wenig verlangsamen, ihn komplett aufhalten aber nicht.

Fazit: Die aktuellen Zinsen für diese Anlageformen liegen unterhalb der Inflationsrate. Sie sind daher nicht zum Inflationsschutz geeignet und können die Geldentwertung maximal verlangsamen.

Immobilien

Was ist schon sicherer als eine Geldanlage aus Beton und Stahl? Was im ersten Moment plausibel klingt, entpuppt sich oft als Irrtum.

Eine Immobilie funktioniert nur dann als Schutz gegen Inflation, wenn Sie als Käufer die höheren Kosten auf die Mieter abwälzen können. Denn einhergehend mit der Inflation steigen auch die laufenden Kosten für den Unterhalt des Objekts. Steigen die Mieten nicht proportional zu den Kosten, macht man als Vermieter einen Verlust. Starke und schnelle Mietsteigerungen sind gegenüber den Mietern meist schwer durchzusetzen. Während einer starken oder sogar einer Hyperinflation ist dies gleich ein Hyper-Problem.

Ein recht guter Schutz ist die Immobilie aber, wenn man Sie während einer hohen Inflation verkauft. Mit steigender Inflation steigen auch die Immobilienpreise, so dass Sie Ihr Objekt gegebenenfalls für einen wesentlich höheren Preis veräußern können, als Sie ursprünglich bezahlt haben. Dafür müssen Sie natürlich einen Käufer finden, der bereit ist, den höheren Preis zu bezahlen. Nehmen Sie sich aber vor Immobilienblasen in acht!

Wenn Sie nicht ausreichend Kapital zum Erwerb einer eigenen Immobilie haben, können Sie sich auch an Immobilienfonds beteiligten. So können Sie sich schon mit kleinen Beträgen an der Immobilienbranche beteiligen.

Hüten müssen Sie sich auch vor dem Staat: Theoretisch kann er jederzeit Sondersteuern und Zwangshypotheken festlegen. Schon 1948 wurde dies im Zuge der Währungsreform so praktiziert.

Fazit: Immobilien sind zum Inflationsschutz nur bedingt geeignet. Als Inflationsschutz funktionieren Sie nur dann, wenn die laufenden Einnahmen genauso schnell steigen wie die Kosten.

Gold

Gold ist, anders als Papiergeld, nicht unendlich vermehrbar. Deshalb genießt es einen guten Ruf als „Krisenwährung“. Gold ist auch unabhängig von Staaten oder Zentralbanken.

Des Weiteren ist Gold eines der ältesten Zahlungsmittel der Welt und kulturübergreifend. Schon die Römer zahlten mit Goldmünzen.

Allerdings hängt der Wert des Goldes immer stark vom Marktpreis ab. Eine Garantie für steigende Goldpreise gibt es nicht. Gold ist Papiergeld gar nicht so unähnlich, denn letztendlich ist es nur so viel Wert wie der Glaube daran. Es essen oder etwas produzieren kann man damit nicht direkt, darin wohnen auch nicht.

In der Vergangenheit hat sich auch gezeigt, dass Inflationsrate und Goldpreis sich gegeneinander nicht unbedingt so verhalten, wie es zu erwarten gewesen wäre. Beispielhaft sind hier die Jahre 1980 und 1981, in denen die Inflation zwar sehr hoch war, der Goldpreis aber dennoch nicht stieg. Auf der anderen Seite lässt sich auch die Gold-Rallye zwischen 2001 und 2005 nicht erklären. Die Inflation war zur damaligen Zeit im Sinkflug.

Finanzprofessor Andrew Ang von der Columbia Business School belegt in seinem Beitrag „Real Assets“ (2012) empirisch, dass Gold kein guter Inflationsschutz ist. Nach seinen Forschungen entwickelte sich der Goldpreis zwischen 1875 und 1970 über lange Zeiträume wesentlich schwächer als die Inflation.

Hier zeigt sich, dass die Inflation nicht die Ursache einer erhöhen Goldnachfrage ist. Sich mit Gold einzudecken ist daher kein verlässlicher Inflationsschutz.

Ein Nachteil des Goldes ist auch, dass es keine Zinsen oder Dividenden abwirft. In der Vergangenheit hat sich zusätzlich gezeigt, dass bei Gold der Einstiegszeitpunkt zwar extrem wichtig, aber schwer zu finden ist. Wer zum falschen Zeitpunkt einsteigt, muss oft sehr lange warten, bis er sein Investment überhaupt wieder zurück hat. Als Alternative zu Gold bieten sich immer auch andere Edelmetalle wie Silber oder Platin an.

Beachten Sie auch die Aufbewahrungskosten für Gold, vor allem bei größere Mengen. Gold muss sicher verwahrt und geschützt werden. Sowohl vor Einbrechern wie auch vor Beschädigungen. Tresor und Schutz kosten regelmäßig Geld. Durch die Inflation steigen auch die Kosten für diese Dienstleistungen.

Experten empfehlen, nicht mehr als fünf bis zehn Prozent des Portfolios in Gold oder andere Edelmetalle zu investieren. Anleger sollten ihr Goldinvestment aufgrund der Preisschwankungen immer als langfristiges Investment und Krisenwährung für den Fall der Fälle sehen. Zum alltäglichen Inflationsschutz ist es weniger geeignet. Eher als Notfallreserve für den Krisenfall.

Fazit: Gold ist zwar kein grundsätzlich schlechtes Investment, aber weniger zum Inflationsschutz geeignet. Problematisch sind die hundertprozentige Abhängigkeit vom Marktpreis, die fehlenden Dividenden und die Aufbewahrungskosten. Andere Anlageformen bieten mehr Vorteile bei gleichzeitig weniger Aufwand und Kosten.

Kunst, Schmuck und andere Wertgegenstände

Kunst, Schmuck, Luxusartikel und Diamanten sind wertvoll und beständig. In einer perfekten Welt könnten Sie diese Gegenstände zur Absicherung gegen Inflation verwenden.

„Aber ganz so einfach funktioniert das nicht, denn wer mit solchen Sachwerten Geld verdienen will, braucht ein großes Fachwissen,“ sagt Jürgen Raeke, Geschäftsführer der Berenberg Privat Capital und Sachwert-Experte. Die Probleme an den Märkten für alternative Sachwerte sind Intransparenz, das Fehlen von zentralen Handelsplätzen und illiquide Märkte. Für viele alternative Sachwerte gibt es nur einen kleinen Käuferkreis. Dementsprechend schwer ist es, für seinen Schmuck oder seine Kunst dann einen Käufer zu finden, wenn man ihn braucht.

Experten empfehlen, die Finger von alternativen Sachwerten als Investition zu lassen, wenn man nicht über spezielles Fachwissen verfügt. Dementsprechend sind alternative Sachwerte wie Schmuck, Luxusartikel oder Kunst nicht als Inflationsschutz für den durchschnittlichen Anleger geeignet.

Fazit: Alternative Sachwerte eignen sich nur für Experten. Als verlässlicher Inflationsschutz für jedermann sind sie nicht geeignet. Sie setzen hohes Expertenwissen voraus, und kleine Märkte ohne Liquidität machen die Abwicklung des Handels schwierig.

 

Geeignet als Inflationsschutz Weniger geeignet
Aktien (vor allem mit hohen Dividenden) Gold
Anleihen von Großkonzernen Alternative Sachwerte (Schmuck, Kunst, Wein, Oldtimer…)
Immobilien / Immobilienfonds (laufende Kosten beachten!) Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch (Zinsen zu niedrig)
Infrastrukturfonds Girokonto (keine Zinsen/Strafzinsen)

 

Merkliste Inflationsschutz

Sie merken: Die praktische Umsetzung des Inflationsschutzes ist in Niedrigzinsphasen schwer. Deshalb haben wir für Sie zum Abschluss eine Merkliste erstellt, anhand derer Sie sich orientieren können.

  1. Lassen Sie bei Ihrer Renditekalkulation für die Geldanlage die Inflationsrate immer mit einfließen.
  2. Um die Inflation in Deutschland auszugleichen, sollten Ihre Anlagen mindestens zwei Prozent Rendite erzielen. Die Differenz aus Zins / Rendite und Inflationsrate ergibt Ihre effektive, reale Rendite.
  3. Nutzen Sie Anlageklassen wie dividendenstarke Aktien, Immobilien, Unternehmensanleihen von Großkonzernen sowie Crowdlending und Crowdinvesting.
  4. Gold kann nur eine Ergänzung darstellen, ist aber eher Krisenwährung als Inflationsschutz. Beachten Sie die Marktsättigung. Gold ist nur wertvoll, wenn es selten ist. Bei Massenverkäufen wird der Preis schnell sinken.
  5. Vermeiden Sie in Niedrigzinsphasen Anlageklassen wie Tagesgeld, Festgeld und Sparbücher. Die sind zwar sicher, aber unrentabel. Die Zinsen sind so niedrig, dass die Inflation Ihr Erspartes Tag für Tag entwertet. Sie verlieren Geld.
  6. In alternative Sachwerte wie Schmuck, Kunst, Wein oder Oldtimer sollten Sie nur dann investieren, wenn Sie auf diesen Gebieten auch wirklich ein absoluter Experte sind. Hier überwiegen die Risiken die Vorteile.

Die Inflation ist stetiger Begleiter unseres Geldsystems. Lassen Sie sich nicht von ihr einschüchtern, denken Sie aber immer an den realen Wertverlust. In der aktuellen Niedrigzinsphase müssen Sie als Anleger selber aktiv werden, um sich vor Inflation zu schützen.

Tipp: Nutzen Sie einen Inflationsrechner, um den Wertverlust Ihres Geldes zu berechnen. Der kostenlose Inflationsrechner hilft bei der Kalkulation von Preissteigerung, Geldentwertung und Kaufkraftverlust.

https://www.zinsen-berechnen.de/inflationsrechner.php

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