Warum fallen so viele Mittelstandsanleihen aus?

Unternehmenskredite sind keine Mittelstandsanleihen. Doch was sind überhaupt Mittelstandsanleihen? Grundsätzlich bieten sich Unternehmen zwei Möglichkeiten, sich Geld zu leihen. Sie können einen Kredit aufnehmen oder eine Anleihe am Kapitalmarkt begeben. Einen Kredit bekommen Unternehmen bei Banken oder auch auf einem Online-Kreditmarktplatz wie kapilendo. Eine Anleihe wird an der Börse platziert, wo sie von Investoren erworben werden kann. Wie bei einem Kredit werden auch bei einer Anleihe Zinsen fällig. Zum Laufzeitende bekommen die Investoren zudem ihr Kapital zurück. Wer eine Anleihe zeichnet, ist Gläubiger – und nicht wie die Aktionäre Miteigentümer des Unternehmens.

Was ist passiert am Markt für Mittelstandsanleihen?

Mit der Insolvenz des Brennstoffherstellers German Pellets ist kürzlich erneut eine an der Börse handelbare Mittelstandsanleihe ausgefallen. Den Schaden tragen mal wieder die Kleinanleger davon, die in die von Banken aufgelegten Anleihepapiere investiert hatten. Und auch der gute Ruf des deutschen Mittelstands wird beschädigt, wenn die Anleihen von Firmen ausfallen, die doch nicht so solide waren wie gedacht.

Warum geben Banken Mittelstandsanleihen aus?

Seit der Gründung im Jahr 2010 erlebte das Marktsegment Mittelstandsanleihe einen wahren Boom. Doch inzwischen zeigt sich, dass hier offenbar ein groß angelegter Etikettenschwindel betrieben wurde. Nach Ansicht von Experten ist eine gute deutsche Marke benutzt worden, um arglosen Sparern Geld aus der Tasche zu ziehen. Denn nicht nur wirklich grundsolide mittelständische Unternehmen haben diesen Weg der Finanzierung gewählt, sondern auch zahlreiche weniger solvente Firmen. Und dabei wurden sie von den die Anleiheemission begleitenden Banken tatkräftig unterstützt.

An Bankkredite kamen nämlich viele dieser Unternehmen aufgrund ihrer schlechten Bilanzen nicht mehr heran. Doch um an Geld zu kommen gab es ja noch die Mittelstandsanleihen, für die weniger Sicherheiten ausreichend waren. Das hatte zwei ganz entscheidende Vorteile für die Bankhäuser: Sie gaben die Anleihen heraus und kassierten dafür entsprechende Gebühren. Und zweitens konnten die Banken den Boom bei Mittelstandsanleihen nutzen, um die Risiken aus den eigenen Bilanzen zu nehmen und auf die Anleger abzuwälzen. Bei einem klassischen Kredit hätte das Risiko weiterhin bei der Bank gelegen.

Mittelstandsanleihen sind kein Thema bei kapilendo

Bei kapilendo gibt es keine Mittelstandsanleihen. Auf unserer Crowdlending-Plattform werden Kredite für Unternehmen vergeben. Und diese Kredite setzen sich aus den Einzelinvestments von Privatanlegern zusammen. Wenn ein Unternehmen nicht ausreichend kreditwürdig ist, dann gibt es auch keinen Kredit. Und dann werden auch keine Mittelstandsanleihen kreiert, um sie Privatanlegern doch noch irgendwie schmackhaft zu machen.

Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass diese Unternehmenskredite während der Laufzeit auch einmal ausfallen können oder dass es zu Rückzahlungsverzögerungen kommen kann. Zudem sei allen Anlegern geraten, nicht nur in ein einzelnes Projekt zu investieren, sondern das gesamte Investment über mehrere Projekte zu verteilen. Allerdings hat kapilendo auch keinerlei Interesse daran, wissentlich Kredite zu vermitteln, bei denen das Ausfallrisiko jetzt schon als hoch eingeschätzt werden kann. Und wenn das Investitionsrisiko etwas höher ist, dann bekommen diese Unternehmenskredite ein Rating der Kategorie D, und kein geschöntes A.

Was hätte kapilendo auch davon? Wir wollen Crowdlending als Alternative für Unternehmensfinanzierung und als zinsstarke und vor allem vertrauensvolle Investitionsmöglichkeit für Privatanleger etablieren. Wenn wir dieses Vertrauen missbrauchen würden, dann endet Crowdlending in einigen Jahren dort, wo sich heute die Mittelstandsanleihen befinden.

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