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Welche Geldanlage lohnt sich noch 2016?

Am Wochenende traf mich wieder einmal die Frage aller Fragen: „Welche Geldanlage lohnt sich derzeit?“ Nicht zum ersten Mal sollte ich Rede und Antwort stehen. „Du arbeitest doch in der Finanzbranche. Nun sag doch mal, wohin soll ich mein Geld tragen? Ach ja, und die Geldanlage sollte natürlich viel Rendite bei kurzer Laufzeit bei höchstmöglicher Sicherheit bieten.“ Was auch sonst?

Welche Geldanlagen stehen zur Verfügung im Jahr 2016?

Nun bin ich kein Finanzorakel, genauso wenig wie ein Historiker ein wandelndes Lexikon ist und über jedes Detail der Vergangenheit Bescheid weiß. Ich konnte meinem Bekannten lediglich meine Einschätzung mitteilen, welche Geldanlage sich derzeit im Jahre 2016 lohnen könnte. Ob Aktien, verzinste Rentenpapiere, Immobilien, Gold, Versicherungen oder moderne Fintech-Lösungen wie Crowdlending, so ziemlich jeder Bereich wurde angeschnitten. Klar für ihn war nur, er wollte etwas anderes machen als sein Gehalt aufs Sparbuch zu legen oder in schlecht verzinstem Festgeld oder Tagesgeld mit kaum noch existenten Zinsen zu parken.

Anleihen ohne Zinsen lohnen sich nicht

Da das derzeitige Zinsniveau nicht nur Sparer belastet, sondern auch die bislang beliebten Versicherungslösungen, fiel eine Lebensversicherung als Alternative praktisch aus. Die Sicherheit solcher Policen wird in der Regel damit erkauft, dass die Anbieter gesetzlich zum Erwerb von besonders ausfallsicheren Rentenpapiere verpflichtet sind. Dazu gehören etwa deutsche Bundesanleihen, die als so ausfallsicher gelten, dass sie weltweit extrem begehrt sind. Die hohe Nachfrage wirkt sich dementsprechend auf den Preis aus: er sinkt stetig. Das ist schön für den Bundesfinanzminister, der sich und die Bundesrepublik so günstig verschulden kann wie nie zuvor, doch schlecht für all jene, die nach einem Kauf einer solchen Staatsanleihe keine Zinsen mehr verdienen können. Wer der Bundesrepublik aktuell für zehn Jahre Geld leiht, bekommt nach Ablauf der zehn Jahre weniger zurück als er eingezahlt hat.

Summa summarum: Auch stabile und ehemals gut verzinste Anleihen wie die der Bundesrepublik sind damit wohl nichts mehr für meinen Bekannten. Da könne er auch gleich beim Sparbuch bleiben.

In welche Richtung bewegt sich der Aktienmarkt?

Dass ich doch gewisse Orakelqualitäten in Finanzdingen besaß, konnte ich in diesem Gespräch jedoch mit stolzer Brust verkünden. Vor wenigen Monaten bemerkte ich bei solchen Gesprächen, dass ich von dem Gerede über ein Ende des Ölzeitalters und dauerhaft niedriger Ölpreise wenig halte. Genau deshalb hätte ich Aktien von Ölgesellschaften gekauft. Inzwischen ist der Preis für ein Fass Öl wieder deutlich gestiegen, von unter 30 auf rund 50 Dollar je Fass, bleibt damit allerdings noch von den Höhen früherer Tage weit entfernt. Vielleicht fällt der Preis auch wieder, vielleicht erreicht er auch irgendwann die vor einigen Jahren befürchtete Schwelle von 200 Dollar pro Fass. Auf jeden Fall fahren Autos noch immer mit Benzin und ich sehe trotz aller Fortschritte in Sachen Elektromobilität noch nicht, dass sich daran so bald etwas ändern sollte.

Außerdem war ich der Meinung, dass dem Sektor Robotik und Automatisierung noch eine große Zukunft bevorsteht. Dabei nannte ich den Namen eines Augsburger Mittelständlers, der intelligente Industrieroboter herstellt. Vor einigen Wochen verkündete eine chinesische Investmentgesellschaft, dass sie genau diesen Roboter-Hersteller übernehmen wolle. Seitdem stieg dessen Aktie im Wert von rund 85 auf 110 Euro an. Ich wusste natürlich nichts von dem Interesse der Chinesen, aber ganz offensichtlich glauben noch andere an diesen Zukunftstrend.

Ich war jedenfalls mächtig stolz auf meine analytischen Fähigkeiten, nur mein Bekannter beschwerte sich, dass ihm das jetzt auch nichts helfen würde. Schließlich wollte er wissen, was er exakt jetzt tun solle und nicht, was er vor Monaten hätte tun sollen.

Lohnen sich Immobilien 2016 noch als Geldanlage?

Was genau ist nun die lohnende Geldanlage im Jahr 2016? Vor wenigen Tagen erst las ich, dass Anleger, die zu Jahresbeginn 100.000 Euro in Soja investiert hätten, inzwischen bei rund 132.000 Euro angekommen wären. Das entspricht wohl dem Anspruch nach viel Rendite bei kurzer Laufzeit, wie vom Fragesteller am Wochenende verlangt wurde. Aber Sicherheit? Wer steckt schon so viel Geld in Sojabohnen? Zumal der Markt für Agrarprodukte notorisch schwankungsanfällig ist und Spekulationen in diesem Segment umstritten sind.

Und Immobilien als Geldanlage? Eine Zuhörerin dieses Gesprächs – aufgewachsen in Frankfurt am Main – warf ein, dass sie jetzt mit deutlich steigenden Immobilienpreisen in der Finanzmetropole rechnet. Schließlich dürften zukünftig viele Banker infolge des Brexit von London auf den Kontinent umziehen. Frankfurt sei ein natürliches Ziel und die Banker müssen ja schließlich irgendwo wohnen. Deshalb wäre es toll, wenn man sich dort ein schönes großes Grundstück in Frankfurt sichern könnte.

Nun ja, ich vermute, dass wohl kaum noch zentrale Grundstücke in der Main-Metropole zu finden sind, die bisher nur noch keiner entdeckt hat. Und wer sich tatsächlich schon mal mit einem Immobilienkauf als Geldanlage beschäftigt hat, der dürfte bemerkt haben, dass neben München und Hamburg der hessische Finanzplatz bereits zu den teuersten Standorten in Deutschland gehört hat.

Aber es ist interessant zu erleben, welchen Stellenwert Immobilien bei der Geldanlage einnehmen. Selbst sicherheitsverliebte Anleger würden offenbar sechsstellige Beträge in „Betongold“ investieren, um dann auf eine Preissteigerung in einem ohnehin überhitzten Immobilienmarkt zu spekulieren. Und das offenbar nur aufgrund der Tatsache, dass man bei einem Immobilien-Investment etwas „in der Hand“ hat.

Gold als sinnvolles Investment? Marsmenschen würden sich am Kopf kratzen…

Auch sehr beliebt bei der Geldanlage: Gold. Damit unterscheidet sich 2016 nicht von den vorangegangenen Jahren. Auch beim gelben Edelmetall war ich skeptisch, dass dessen jahrtausendealte Funktion als Wertaufbewahrungsmittel plötzlich zu Ende sein sollte. Diesen Standpunkt vertraten zahlreiche Finanzexperten, weil sich der Goldpreis lange nicht nach oben bewegte, trotz der Vielfalt an Krisen auf diesem Planeten. Ob Syrien, der Ukraine-Konflikt oder die Euro-Krise um den möglichen Austritt Griechenlands aus der EU – der Goldpreis verharrte auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

Das Gold wohl doch noch einen gewissen Wert besitzt, zeigen die vergangenen Monate: der Preis fürs Edelmetall stieg wieder deutlich. Allerdings besitzt Gold eher den Charakter eines Wertaufbewahrungsmittels für schlechte Zeiten, und eignet sich weniger als Kapitalanlage. Ganz einfach deshalb nicht, weil Gold zwar Wertsteigerungen verzeichnen kann, aber „nicht arbeitet“, also keine Zinsen oder Gewinne erwirtschaftet. Selbst die Investment-Legende Warren Buffett zweifelt am Nutzen des Edelmetalls als sinnvolles Investment. So äußerte er einst vor Studenten der Harvard-Universität: „Gold wird aus dem Boden in Afrika oder irgendwo sonst in der Welt ausgegraben. Dann schmelzen wir es ein, graben ein anderes Loch, verstecken das Gold wieder darin und bezahlen dann Menschen, um darum herumzustehen und es zu bewachen.“  Gold sei „einfach unnütz“, so Buffett weiter. „Wenn Marsmenschen das sähen, würden sie sich am Kopf kratzen.“

Crowdlending als Geldanlage, die sich jetzt und in Zukunft lohnen kann

Was also tun bei der Geldanlage in der unsicheren Gemengelage des Sommers 2016? Was riet ich meinem Bekannten, wohin er sein quasi unverzinstes Barvermögen auf dem Sparkonto schieben sollte?

Natürlich habe ich in diesem Gespräch am Wochenende auf die Vorzüge des Crowdlending verwiesen. Auf die Möglichkeit direkt und einfach in Unternehmen des deutschen Mittelstands zu investieren. Dafür durchschnittliche Zinsen in Höhe von 5,5 Prozent pro Jahr zu erhalten und das alles bei überschaubaren Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren. Und ich gab ihm den Rat, nicht alles in ein einzelnes Projekt zu investieren, sondern lieber Beträge von wenigen hundert Euro auf mehrere Anlageprojekte zu verteilen. Durch diese Streuung kommt Sicherheit ins Portfolio und es drohen keine schmerzhaft hohen Verluste, wenn es einmal zu Zahlungsstörungen auf Seiten der Kredit aufnehmenden Unternehmen kommen sollte.

Denn einen Rat muss mein Bekannter wohl auch in Zukunft noch eine Weile befolgen: Ganz ohne Risiko wird es nicht gehen, wenn er nicht komplett auf Zinsen und Gewinne verzichten möchte. Dafür bietet das Anlagemodell des Crowdlending eine mögliche Alternative bei den Geldanlagen, die sich 2016 und in Zukunft lohnen können.

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