Was heißt Rendite und wieviel davon darf es denn sein?

Wieviel Rendite möchten Sie erzielen?

Rendite ist der Ertrag einer Kapitalanlage. Wenn Sie Ihr Geld auf ein Sparkonto legen, in Aktien, Investmentfonds oder Immobilien investieren, dann erhalten Sie dafür Kapitalerträge. Das können Zinsen sein (z.B. beim Sparbuch), Kursgewinne und Dividenden (bei Aktien und Investmentfonds) oder auch Mieteinnahmen (bei Immobilien). Zusammengerechnet über einen Anlagezeitraum ergeben diese Erträge Ihre (Gesamt-)Rendite.

Für einen vergleichenden Überblick wird meist ein Betrachtungszeitraum von einem Jahr gewählt.

Das sollten Sie bei Ihrer Renditeerwartung beachten

Und wieviel Rendite ist gut bzw. angebracht? Das lässt sich leider nicht so pauschal beantworten. Grundsätzlich gilt: Je höher die mögliche Rendite der Kapitalanlage, desto höher ist auch das damit verbundene Risiko.

Deshalb sollten Sie immer genau hinsehen, wenn Ihnen mehr als 10 Prozent Rendite versprochen werden. Misstrauisch sollten Sie insbesondere dann werden, wenn dieses Versprechen mit Begriffen wie „absolut sicher“, „geringes Risiko“, „kurze Laufzeit“, „garantiert“, „steuerfrei“ oder „darauf setzen die Profi-Investoren“ versehen wird. Der Begriff „Sicherheit“ tritt auch gern in anderem Gewand auf, etwa in Form der „Schweiz“. Denn was gilt schon als so sicher wie ein Schweizer Bankkonto? Und schon heißt es: „garantiert steuerfrei in Schweizer Geldanlagen mit 10 Prozent Rendite investieren“ oder so ähnlich.

Sich von einer Steuerfreiheit anlocken zu lassen, ist zwar verständlich, hält aber den Gesetzen möglicherweise nicht stand. Vielleicht können Sie tatsächlich über eine Schweizer Firma in Südostasien steuerfrei in Holzplantagen investieren, ob das deutsche Finanzamt das bei den dabei erzielten Kapitalerträgen genauso sieht, ist eher unwahrscheinlich.

Mehr Rendite abseits von Mainstream-Investments? Eher nicht…

Um sich vom immer gleichen Einerlei der klassischen Anbieter abzuheben, stellen sich viele Anlagevermittler im Internet auch gern als „unabhängig“, „diskret und vertrauensvoll“ sowie „ehrlich und transparent“ dar. Das können Sie tatsächlich sein, denn für den Vertrauensverlust in klassische Banken und Finanzdienstleister sind diese in erster Linie selbst verantwortlich. Allerdings sollten Sie sich fragen, ob die „unabhängige“ Empfehlung einer Geldanlage in „sichere und steuerfreie Rohstoffinvestments mit garantierten Wachstumsraten“ wirklich so vertrauenerweckend und transparent ist.

Gehen Sie "todsicheren Tipps" lieber aus dem Weg
Gehen Sie „todsicheren Tipps“ lieber aus dem Weg

Rohstoffe sind ein extrem zyklisches und schwankungsanfälliges Geschäft. Da ist wenig sicher, kaum etwas transparent und schon gar nichts garantiert. Gerade die Beteiligung an Rohstoffvorkommen lockt immer wieder gutgläubige Anleger in „todsichere Anlagetipps“. Es klingt ja auch zu schön: zahlreiche Rohstoffe sind endlich und „müssen“ daher zwingend irgendwann im Preis steigen. Wenn diese vermeintlich zwingende Logik auch noch von „Experten“ vorgetragen wird, die vorgeben, „jahrelang in diesem Sektor tätig gewesen zu sein“ und daher wissen, wie der Hase läuft, dann sollten Sie unbedingt die Finger davon lassen.

Schließen sich Rendite und Sicherheit bei der Geldanlage aus?

Nein, nicht unbedingt, auch wenn immer mindestens ein kleines Restrisiko bestehen bleibt. Sie können auch mit sehr sicheren Sparkonten Rendite erzielen, so wie es Jahrzehnte gut funktioniert hat. Seit einigen Jahren ist die Rendite von klassischen Sparbüchern, Festgeld und Tagesgeld allerdings äußerst gering.

Das Gute daran ist: Auch wenn die Bank in die Pleite rutscht, bei der Sie Ihr Sparkonto unterhalten, greift die staatliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro Sparvermögen. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass die Bundesrepublik ebenfalls bankrottgeht und ihre Sicherheitsgarantie nicht mehr geben kann. Ob dieses Einlagensicherungssystem auch in anderen Ländern und auf europäischer Ebene funktioniert, dafür steht der ultimative Test noch aus.

Auch hier gilt: Seien Sie zumindest kritisch gegenüber den Versprechen von Anbietern, die besser verzinste Festgeld- und Tagesgeldanlagen im Ausland anbieten. Sie werben mit einer Einlagensicherung, die die jeweiligen Staaten bislang noch nicht erbringen mussten. Und auch wenn diese Art Einlagensicherung funktionieren sollte, müssen Sie sich darauf einstellen, dass Sie Ihr Geld eventuell erst nach langer Zeit und einem möglichen juristischen Tauziehen wiederbekommen.

Traurige Zeiten für konservative Anleger

Es gibt sie natürlich immer noch, die althergebrachten Kapitalanlagen wie Bausparverträge oder Lebensversicherungen, die früher einträgliche Renditen brachten. Ein Bausparvertrag war natürlich in erster Linie für eine spätere Baumaßnahme gedacht, wurde aber von Kleinanlegern aufgrund attraktiver Verzinsung auch gern als Sparvehikel genutzt. In den letzten Jahren sind die Zinsen aber auch hier so deutlich gefallen, dass sich diese Verträge nicht mehr wirklich als Geldanlage lohnen.

Bei den Lebensversicherungen ist von den einst hohen Renditeerwartungen nicht mehr viel übriggeblieben. Die Gebühren dieser Policen verharren hingegen auf dem hohen Niveau früherer Tage. Alles in allem dürften Lebensversicherungen erst wieder mit steigendem Zinsniveau attraktivere und höhere Garantierenditen für die Kunden bieten.

Welche Finanzanlagen versprechen die höchste Rendite?

Auch auf diese Frage gibt es keine letztgültige Antwort. In der aktuellen Niedrigzinsphase werden allerlei höher verzinste Anlagen empfohlen. Das ist auch in „normalen“ Zinsseiten nicht verkehrt, wenn Sie etwas mehr Rendite einfahren wollen. Doch müssen Sie immer mitbedenken, dass eine höhere Verzinsung auch mehr Risiko beinhaltet. So ist eine Hochzinsanleihe eines Schwellenlandes oder eines portugiesischen Textilherstellers potentiell riskanter als eine nahezu ausfallsichere deutsche Bundesanleihe oder eine Unternehmensanleihe des Mischkonzerns Siemens.

Andere Zinsprodukte wie Nachrangdarlehen bringen ebenfalls höhere Renditen, im Falle einer möglichen Insolvenz werden die Inhaber solcher nachrangigen Verbindlichkeiten allerdings auch nachrangig behandelt. Sie erhalten also erst nach allen anderen Gläubigern wie Banken oder auch Lieferanten ihren Darlehenseinsatz zurück. Das spricht nicht dagegen, einen Teil des eigenen Anlageportfolios durch solche höher verzinsten Nachrangdarlehen abzudecken, doch sollte dies immer moderat nach den Grundprinzipien der Diversifizierung geschehen.

Aktienportfolio für das langfristige Investment

Für langfristig orientierte Anleger versprechen noch immer Aktien die attraktivste Rendite. So hat es im Verlauf eines mehrere Jahrzehnte umfassenden Anlagezeitraums an der Börse zwar immer Rückschläge bis hin zu ganzen Crashs gegeben, doch haben sich die Kurse bislang noch immer von diesen Kursrückgängen erholt. Auch hier gilt: Nicht alle Eier in einen Korb legen und nicht nur wenige Einzeltitel ins Depot packen. Besser ist es, breit gestreut über Branchen, Ländern und Regionen zu investieren. Das geht am besten über Investmentfonds in ihrer aktiv gemanagten und ihrer passiven Variante (Indexfonds / ETF).

Rendite und Risiko gehören nun einmal zusammen

Diversifikation ist Trumpf
Diversifikation ist Trumpf

Zusammenfassend lässt sich sagen, eine Rendite oberhalb von 4 bis 5 Prozent im Jahr ist unter den heutigen Bedingungen nur noch mit höherem Risikoeinsatz bei der Kapitalanlage zu erreichen. Einstmals hoch verzinste Produkte wie Sparbuch, Festgeld- und Tagesgeldkonten, Lebensversicherungen und Bausparverträge erreichen längst nicht mehr das hohe Zinsniveau früherer Tage.

Aktien, verzinste Unternehmensanleihen und Firmendarlehen, Crowdinvestments, Schwellenlandbonds und Bankeinlagen im Ausland sind immer mit gewissen Risiken behaftet. Nähern sich die damit verbundenen Renditeerwartungen dem zweistelligen Prozentbereich, ist zumindest Wachsamkeit geboten. Besonders dann, wenn diese Investments mit Sicherheit vorgaukelnden Attributen versehen werden. Denn sicher sind sie dann eben nicht und dessen sollten sich Anleger bei der Renditejagd bewusst sein.

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