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Geldanlage mit starken Zinsen für Privatanleger

Die klassische Geldanlage bringt kaum noch Zinsen. Ob Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch – der Zinssatz liegt oftmals bereits unter einem Prozent. Alternative Anlagemöglichkeiten sind gefragt.

Die DZ Bank hat jetzt errechnet, wieviel Geld jeder Bundesbürger seit Beginn der Niedrigzins-Ära bereits verloren hat. Im Schnitt belaufen sich die Zinsverluste auf 2.450 Euro pro Kopf, wie die Tageszeitung „Welt am Sonntag“ aus der DZ Bank-Studie ermittelte. Hinzu kommen noch indirekte Einbußen, die nahezu jeden betreffen. Von den möglichen Zinsersparnissen, etwa beim Hausbau, profitiert hingegen nur eine Minderheit.

Zinsersparnisse einer Minderheit stehen Zinsverluste einer Mehrheit gegenüber

So haben im Bereich der Geldanlage als auch bei Krediten die Zinsen in den letzten Jahren immer neue historische Tiefststände erreicht. Wer z.B. einen Immobilienkredit benötigt, kann sich freuen. Insgesamt zahlten Privathaushalte im von der DZ Bank-Studie betrachteten Zeitraum zwischen 2010 und 2015 rund 108 Milliarden Euro weniger Kreditzinsen an Banken und Sparkassen. In diesem Jahr könnten voraussichtlich noch einmal Kreditzinsersparnisse von rund 35 Milliarden Euro hinzukommen.

Nur, eine Immobilie kauft oder baut nicht jeder. Und einen Konsumentenkredit nehmen auch nur die Wenigsten auf. Deren Zinsersparnisse stehen massive Zinsverluste der sparenden und an Zinsgewinnen interessierten Mehrheit der Anleger gegenüber.

Zinseinbußen bei Tagesgeld, Sparbuch und Co.

Im Betrachtungszeitraum zwischen 2010 und 2015 büßten die deutschen Anleger mit ihren Tagesgeldkonten, Sparbüchern und Festgeldanlagen sowie Versicherungen insgesamt 261 Milliarden Euro ein. Und diese Verluste dürften sich in diesem Jahr noch einmal um 82 Milliarden Euro aufsummieren.

Damit stehen den oben genannten Kreditzinsersparnissen in Höhe von rund 143 Milliarden Euro insgesamt 343 Milliarden Euro Zinsverluste bei Sparbuch, Festgeld und Co. gegenüber – also satte 200 Milliarden Euro Differenz.

Noch nicht einmal einberechnet sind dabei die indirekten Einbußen, etwa durch Gebührenerhöhungen bei Girokonten oder Beitragssteigerungen bei Krankenversicherungen. Nur mit den Einlagen der Sparer können die Finanzinstitute kaum noch Geld verdienen. Und die Versicherungen können die Beiträge der Versicherten nicht mehr so gewinnbringend anlegen wie zuvor.

Ergänzungen der privaten Geldanlage

Lohnt sich das klassische Sparen also überhaupt noch? Ökonomen und Politiker warnen bereits, dass die Niedrigzinspolitik der EZB ein fatales Signal aussendet, nämlich, dass Vorsorge und Sparen seinen Sinn verlieren könnte.

Bis sich irgendwann die Attraktivität von Tagesgeld oder Festgeld wieder erhöht, sollten Privatanleger auch über ergänzende Alternativen im Zinsbereich nachdenken. So bietet etwa die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen via Crowdlending eine zinsstarke Alternative bei der privaten Geldanlage. Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Ein Unternehmen benötigt einen Kredit – eine Vielzahl von Anlegern trägt gemeinsam die Kreditsumme zusammen. Im Gegenzug erhalten die Investoren vom Unternehmen eine Verzinsung auf das eingesetzte Kapital. Dabei können bereits Kleinbeträge investiert und nach Möglichkeit über eine Vielzahl von Projekten gestreut werden – denn auch hierbei gilt die alte Investmentweisheit: „Nicht alle Eier in einen Korb legen.“

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