Zweiter Tag bei Bits & Pretzels mit spannenden Vorträgen: Den Reigen startete Stefan Mennerich, Director Media Rights, New Media and IT beim FC Bayern München. Er erklärte, wie eine der größten Fußballmarken der Welt seine Fans mit Informationen versorgt – rund um den Globus, rund um die Uhr und über zahlreiche Kanäle (TV, Social Media usw.). Einmal mehr ein exzellentes Beispiel für Content Marketing. So gibt es allein für den chinesischen Markt eine tägliche News-Sendung. In den USA ist das FC Bayern Maskottchen „Bernie“ auf den Straßen von New York unterwegs und ist gemessen an den Facebook-Zahlen es das beliebteste Maskottchen der Welt – mit allein 600.000 Abonnenten. In einem Monat habe der Fußballclub mit seinen Fans eine Milliarde digitaler Berühungspunkte. „Today we act like a media house and in the future we will act even more so“, sagte Mennerich.

Stefan Mennicher FC Bayern München

Agility and Speed are keys to success

Im Online und Social Marketing Track erwarteten den Zuschauer neben einer interessanten Paneldiskussion auch Keynotes von Kaspar Szymanski, Co-founder bei Searchbrothers und Curt Simon Harlinghausen, Co-Founder bei AKOM360. Eins wurde deutlich: „Ideas are only as good as their execution.“ Der Schlüssel zum Erfolg liege darin, sich agil und dynamisch am Markt zu bewegen und auf Veränderungen schnell zu reagieren. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse und Ratschläge der Keynotes und der Paneldiskussion kurz zusammengefasst.

  • „One thing at a time“ – Gerade bei Start-ups sollte man sich spezifische Prioritäten setzen, um Projekte gut und erfolgreich umzusetzen.
  • „Done is better than perfect“ – Die schnelle Umsetzung von Projekten ist das entscheidende, nicht die Perfektion bis ins kleinste Detail.
  • „Use your best communicators“ – In Zeiten von Social Media liegt die Herausforderung die besten Kommunikatoren zu erkennen und diese zu motivieren. Seien es die eigenen Mitarbeiter oder begeisterte Nutzer, die authentische Kommunikation über soziale Kanäle ist ausschlaggebend für den Erfolg eines Unternehmens.
  • „Put the consumer first“ – Zufriedene Kunden sind ein sehr effizientes Marketingtool, dass jedes Unternehmen zu nutzen wissen muss!

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Auf nach Asien

Das Investorenpanel brachte aktuelle Einschätzungen von verschiedenen Venture Capitals zu den Märkten in den USA, Asien und United Kingdom. Jon Soberg, Co-founder & Managing Partner Expansive Ventures, sprach über den amerikanischen Markt: Es gebe die Tendenz, dass die Investoren im Silicon Valley konservativer bei ihren Investments werden, obwohl dort sehr viel Geld in Umlauf sei. Das liege an vielen überbewerteten Late Stage Start-ups. Auf die Frage, ob man Rocket Internet in den USA kenne, sagte Soberg: Nein, selbst Oliver Samwer nur, wenn er richtig ausgesprochen werde. Aber die Aufmerksamkeit gegenüber Europa werde künftig steigen. Je mehr große Exits gelingen, desto mehr VCs aus Amerika werden auf dem hiesigen Kontinent aktiv. 

Über das United Kingdom sprach Christian Hernandez Gallardo, Managing Partner bei White Star Capital. Das Phänomen aus den USA spiegele sich auch in den England wieder. Während 2014 knapp 140 Seed Stage Start-up gefundet wurden, sind es in diesem Jahr bislang nur 104 Unternehmen – bei gleichzeitig steigender Investitionssumme für die verbleibenden Start-ups. Herandez sagte beim Blick auf die kommenden fünf Jahre, ob er lieber in Berlin oder London investieren würde: „In Berlin, because it is better to scale there.“

Asien scheint für Investoren derzeit ein Mekka zu sein. Frank Meehan, Partner Spark Labs Global, war begeistert über immer stärker steigende Wirtschaftskraft aus Fernost. Dort werde der größte mobile Markt der Welt geboten: Besonders nachgefragt seien dort Games Apps, Anwendungen für Kinder und Touristen. Was bei den asiatischen Start-ups besonders raussticht: Ihre Fähigkeiten bei der „Execution“ seien exzellent. Auch US-Investoren hätten Asien schon für sich entdeckt, so sei der größte US Investor Sequia in den dortigen Tech-Markt mit beträchtlichen Investments eingestiegen.

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Wird die Investitionsblase bald platzen?

Immer wieder tauchte bei Bits & Pretzels die Frage nach der Blase auf. Sind die Bewertungen von Unternehmen wie Delivery Hero übertrieben? Müssen wir uns auf ein Platzen einstellen? Dr. Thomas Prüver, Senior Manager at EY Transaction Advisory Services, sagte: Die neuen Unternehmen seien profitabel und wollen zu einem globalen Player werden, indem sie traditionelle zu digitalen Geschäftsmodellen wandeln. Deswegen seien die aktuellen Bewertungen gerechtfertigt. Adam KostyálSenior Vice President NASDAQ, sieht auch keine Gefahr: Der Nasdaq stehe heutzutage auf viel breiteren Füßen. Denn es finden sich ganz unterschiedliche Branchen im Portfolio verglichen mit der Struktur des Jahres 2000 als IT- und Tech Firmen den Nasdaq dominierten.

Gesammelte Eindrücke aus zwei Tagen Bits & Pretzels:

  • Christian SallerPartner Holtzbrinck Ventures, über das Einschätzen eines Venture Capitals: Wäre er ein Start-up, würde er nicht auf die Bewertung schauen, die ein Investor seinem Unternehmen biete. Stattdessen würde er verschiedene Unternehmen aus dem Portfolio des VCs durchtelefonieren und sich erkundigen, wie zufrieden sie mit dem Investor seien. Entscheidend sei doch, welchen Mehrwert der VC für ein Start-up bringen würde.
  • Phil Libin, Founder von Evernote, gab einen Ausblick auf die Zukunft: Apple Watch, 3D Drucker und Google Glass hätten einen falschen Start erwischt. Aber es werde die richtige Zeit für solche Innovationen kommen. Zudem glaube er, dass Steuerungen für das Haus, wie zum Beispiel Licht und Sound, in noch viel stärkerem Maße als bisher unser alltägliches Leben beeinflussen werden.
  • Im Hinblick auf Uber sagte Libin: Gerade habe das Unternehmen eine Million Menschen als Fahrer eingestellt und gleichzeitig forsche Uber an selbstfahrenden Autos. Wenn in zehn Jahren die Fahrzeuge autonom unterwegs sind, würden die verbleibenden Fahrer arbeitslos werden. Uber möge hier mehr soziale  Verantwortung übernehmen.
  • Die Mobilität der Zukunft: Manuela Rasthofer, Co-Founder TerraLoupe, sieht selbstfahrende Autos erst in 15 bis 20 Jahren für die breite Masse auf der Straße. Problem: Die Aspekte bei der Sicherheit der Autos und die Haftbarkeit bei Unfällen werden auf lange Sicht nicht gelöst werden.

Fazit nach zwei Tagen Bits & Pretzels: Tolle Konferenz mit inspirierenden Leuten, die spannende Ideen vorstellten und hilfreiche Tipps & Tricks für das eigene Business verraten haben – bei einer unglaublich gelösten und enthusiastischen Atmosphäre! Gerne nächstes Jahr wieder!

 

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