„Die BioTech Community glaubt an den Erfolg von Zytoprotec“

Bei Venturate ist die Curated Crowdfunding Kampagne für Zytoprotec gestartet – ein Unternehmen, das im Bereich Dialyse eine Innovation mit sehr hohem Renditepotenzial erforscht. Der Exit des Unternehmens ist bereits für 2017 angepeilt. Neben den beiden größten globalen Pharma-Playern in diesem Bereich – Baxter und Fresenius – gibt es auch kleinere Pharmaunternehmen für die Innovation kommerziell höchst interessant wäre. Im Interview verrät Deal Captain und Investor Dr. Christian Hoenig, warum er in Zytoprotec investiert hat und wie es um die Erfolgsaussichten steht.

Dr. Christian HönigVenturate: Sie sind seit vielen Jahren als Business Angel aktiv. Wie kam es dazu?

Hoenig: Als ich nach meinem Jura und BWL Studium bei der Kanzlei Wolf Theiss eingestiegen bin, war das Unternehmen mit seinen vier Juristen noch ganz klein. Mittlerweile sind dort über 300 Anwälte beschäftigt und Wolf Theiss ist zur größten Kanzlei Österreichs aufgestiegen. Im Grunde war es nichts anderes als ein Start-up heutzutage. Allein mit 13 Büros in Europa steckt hier auch ein wesentlicher Teil Company-Building drin.

Venturate: Warum haben Sie sich für Biotechnologie als Ihr Investitionsfeld entschieden?

Hoenig: In diesem Feld war ich bereits als Anwalt beratend tätig – sowohl beim Biotech Unternehmen Intercell, aber auch für die Fonds-Seite, wie zum Beispiel TVM Capital Life Science aus München. So habe ich unter anderem auch ein Investment bei AFreeze, einem Unternehmen in Innsbruck, das einen innovativen Katheter zur besseren Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern (Herzrhythmusstörung) zum Ziel hat. Ich will mir hier ein kleines Portfolio aufbauen, das heuer um ein bis zwei weitere Investitionen ergänzt werden könnte.

Venturate: Warum und wieviel haben Sie in Zytoprotec investiert?

Hoenig: Die Gründer haben mich gefragt, ob ich mich nicht bei Zytoprotec engagieren und meine Kenntnisse als Anwalt einbringen will. Gut eine Million Euro habe ich bislang investiert. Der Grund für mein Investment: Der Business Case verspricht großes Potenzial. Bei der Bauchfelldialyse gab es seit Jahrzehnten keine echte Innovation. Zudem war der Standort Österreich von Vorteil: Zwar gibt es hier nicht viele Investoren, dafür hat Zytoprotec sehr viele Förderungen vom Staat erhalten. Etwa ein Viertel des bisher geflossenen Kapitals kommt über diese Schiene. Die jetzigen Investoren profitieren nach wie vor von diesem Engagement.

Venturate: Welches Potenzial sehen Sie für Zytoprotec?

Hoenig: Die Vorstudien lassen den Schluss zu, dass unser Produkt PD-protec eine deutliche Wirkung haben wird. Nach der Phase 1 des Zulassungsprozederes haben wir noch eine Bridging Studie gemacht, um das Studiendesign der Phase 2 zu optimieren: Bei allen sechs Patienten hat ein von uns als signifikant eingestufter Marker deutlich positiv ausgeschlagen. Wir sind also guter Dinge, Phase 2 erfolgreich abzuschließen.

Venturate: Sie sind Spezialist für M&A. Wie sehen Sie die Chancen eines Verkaufs von Zytoprotec an Pharmafirmen wie Fresenius oder Baxter?

Hoenig: Beide Firmen verdienen viel Geld mit ihren Dialyseprodukten. Es liegt meines Erachten also nahe, dass – positive Phase 2 Daten unterstellt – beide Unternehmen an einer Akquisition der neuen Technologie interessiert sein werden. Auch hat Baxter schon vor etwas mehr als zwei Jahren in das Unternehmen investiert. Zu erwähnen ist auch, dass mittlerweile zwei ehemalige hochrangige Mitarbeiter aus den erwähnten Pharmaunternehmen im Aufsichtsrat von Zytoprotec tätig sind: Prof. Norbert Riedel, ehemals Chef-Wissenschaftler von Baxter, sowie Prof. Jörg Vienken, der bis zu seiner Pensionierung bei Fresenius war. Das zeigt meines Erachtens, dass die Community an den Erfolg von Zytoprotec glaubt.

Venturate: Gibt es noch weitere Interessenten?

Hoenig: Ja, es gibt noch weitere Player im Markt, mit denen wir Gespräche geführt haben. Unter anderem mit Pisa, einem mexikanischen Dialyse-Spezialisten, der vor allem auch in den US-Markt einsteigen will. Zudem haben wir bei der italienischen Firma Glomeria schon Kontakte. Schließlich – und das freut uns besonders – hat ein großer Fonds aus den USA Interesse an der Finanzierung einer möglichen Phase 3 Studie gezeigt. Das verstärkt natürlich die Verhandlungsposition der Zytoprotec, wenn es um den primär angepeilten Exit nach der Phase 2 geht. Interessenten können dann nicht mehr damit rechnen, dass wir auf einen Exit unter allen Umständen angewiesen sind.

Venturate: Was begeistert den US-Fonds besonders?

Hoenig: Der Fonds findet unser Lead Product, PD-protec, auch deshalb so interessant, weil die entsprechenden Patente von Fresenius und Baxter bald auslaufen: Beide haben keinen adäquaten Ersatz und werden somit bald mit zahlreichen Generika-Produkten zu kämpfen haben. PD-protec von Zytoprotec wäre somit ein idealer Kandidat den Baxter Leadership Markt zu verlängern bzw. für Fresenius, um vom großen zweiten Player auf Rang eins vorzurücken. All das passt auch wunderbar in den derzeit allerorts diagnostizierten Trend, dass große Pharmafirmen in naher Zukunft sehr viel Technologie zukaufen wollen.

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Venturate: Was halten Sie von Crowdfunding als alternative / ergänzende Finanzierungsquelle für BioTech-Unternehmen? Wieso ist gerade Zytoprotec für die Crowd interessant?

Hoenig: Biotech ist eine sehr spannende Assetklasse, die sehr wenig Volatilität hat – im Vergleich mit zum Beispiel Rohstoffen. Voraussetzung ist allerdings eine breite Streuung. Als Anleger kann man gerade über die Crowd breit streuen (ohne hohe Fondskosten zu haben), weil die einzelnen Investmentbeträge typischerweise nur einige Tausend Euro betragen. Für Venturate haben wir uns entschieden, weil wir mit Zytoprotec auch den deutschen Markt adressieren wollen – immerhin ist Fresenius auch ein deutsches Unternehmen und deutsche Investoren sind unseres Erachtens sehr technologieaffin.

Venturate: Was finden Sie besonders spannend an der Tätigkeit als Business Angel? Käme es für Sie auch in Frage, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Hoenig: Man sieht so viele unterschiedliche neue Technologien und lernt phantastische – meist junge – Leute kennen. Außerdem: meiner Meinung nach hängt unsere europäische wirtschaftliche Zukunft ganz klar von Innovation und breaking edge-Technologien ab. Bezüglich Unternehmensgründung: Ja, wenn sich wieder einmal – wie bei Zytoprotec – eine Chance ergibt, mit zwei bis drei anderen Gründern etwas Tolles zu starten, würde ich das sicherlich erwägen. Immerhin habe ich diesbezüglich regelmäßig ein bis zwei Projekte bzw. Einladungen am Tisch. Es ist aber auch eine Frage der Kapazität. Sollte es demnächst einen Exit geben, würde sich die Wahrscheinlichkeit jedenfalls erhöhen. Außerdem ist es verlockend, die vielen Erfahrungen, die ich allein mit Zytoprotec gemacht habe, weiter zu nutzen.

Venturate: Vielen Dank für das Gespräch!

 

Wer sich das spannende Projekt näher anschauen will, findet weitere Informationen unter:

www.venturate.com

Warnhinweis: Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen

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